Für Erweiterung des Tempelhofes wurde jetzt Bebauungsplan aufgestellt

Vier Jahre nach der Wiederbelebung hat sich der Tempelhof prächtig entwickelt. Weil sich das neue kleine Dorf in der Gemeinde Kreßberg ausweiten möchte, werden jetzt dafür die planerischen Weichen gestellt.

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Das zuletzt vom Verein Lebenshilfe als Behinderteneinrichtung und in seiner langen Geschichte sehr unterschiedlich genutzte Areal stand lange Zeit leer - bis es Ende 2010 von der gemeinnützigen Stiftung Tempelhof erworben und von dieser an die Genossenschaft Schloss Tempelhof verpachtet wurde. Zusätzlich wurde als Träger von gemeinnützigen Projekten ein Verein gegründet.

Aus kleinen Anfängen heraus ist auf dem Tempelhof eine Dorf- und Lebensgemeinschaft entstanden, die derzeit 54 Frauen, 47 Männer und 39 Kinder zählt. In den vergangenen drei Jahren wurden mehr als zwei Millionen Euro investiert, womit erst der Anfang gemacht ist. "Wir brauchen dringend Neubauten", so Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Sechser und Vorstandsmitglied Pascal Suter bei einer sehr gut besuchten Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der dem Tempelhof eigenen Turnhalle.

Dazu eingeladen hatte die Gemeinde Kreßberg, die sich zusammen mit den zuständigen Behörden und Stellen schon seit Längerem mit der Aufstellung eines Bebauungsplans Tempelhof beschäftigt. Grund dafür ist die von der Genossenschaft angestrebte Weiterentwicklung und Nutzung der 31 Hektar großen Fläche.

Schutz von Natur, Landschaft und Tieren

Es ist nicht nur das unter Denkmalschutz stehende Schloss, das das Areal zu etwas Besonderem macht. Es sind auch die vielen anderen Gebäude, Landwirtschaft und Gartenbau, Bewirtung und Beherbergung und Zukunftspläne wie naturnahes Wohnen in Baumhäusern. Und es ist der Schutz von Natur, Landschaft und Tieren. Die künftige Belegung der als Dorf-und Mischgebiet vorgesehenen Fläche ist gesetzlich klar geregelt: Wohngebäude und Einzelhandelsgeschäfte sind ebenso möglich wie Schankbetriebe und Gartenbau, Tankstelle, Sport- und Kultureinrichtungen, wie Bürgermeister Robert Fischer bei der Erläuterung der Baunutzungsverordnung deutlich machte. Allerdings müssen hier Größen und Grenzen beachtet werden - und das mit großem Aufwand erstellte ökologische Gutachten, auf das der Bürgermeister ausführlich einging. Es beinhaltet nicht nur die Bäume, Gehölze und Gewässer, sondern auch 61 Vogel-, 16 Tagfalter-, vier Fledermaus- und drei Amphibienarten.

Deren Vorkommen und Lebensraum sind in dem seit gestern im Rathaus Waldtann öffentlich ausgelegten Planentwurf besonders gekennzeichnet. Und es ist die mögliche Trassenführung einer neuen Straße eingezeichnet. Knackpunkt dieser angedachten Verlegung ist sich Fischer sicher, "wird die Finanzierung sein".

Doch mit diesem Punkt beschäftigt sich die Genossenschaft Tempelhof augenblicklich noch nicht. Als größtes Projekt steht jetzt erst einmal die gemeinsam mit den Stadtwerken Crailsheim geplante Umstellung der Energieversorgung von Heizöl (jährlicher Verbrauch: 110.000 Liter) auf Hackschnitzel/Pellets sowie der weitere Ausbau der Fotovoltaik im Vordergrund. Die voraussichtlichen Kosten: rund 1,2 Millionen Euro. Hierfür wird die Genossenschaft zum ersten Mal einen Bankkredit aufnehmen, erfuhren die Versammlungsteilnehmer, während alle bisherigen Investitionen mit eigenem Geld (bei Einlagen von 2,8 Millionen Euro) und eigenen Kräften verwirklicht wurden.

Hierzu gehören neben der Sanierung und Einrichtung von Wohnungen, Seminarräumen, Gästehaus (mit 7300 Übernachtungen im letzten Jahr) und Schulgebäude (hier ist die Schule für freie Entfaltung untergebracht) auch die Entsieglung von großflächigen Asphalt-und Betonflächen, der Aufbau von Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierhaltung, Käserei, Bäckerei und Küche. Und in Zukunft soll dieser gemeinsame Lebens- und Arbeitsraum (mit derzeit 39 Arbeitsplätzen) wie bisher im Einvernehmen aller weiter ausgebaut werden.

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