Frostiger Mai: Von Wonnemonat keine Spur

Der Mai war so nass und so kalt wie ein November - so beschreibt der Westheimer Wetterexperte Martin Melber den vergangenen Monat. Weil es kaum Sonne gab, fiel der meteorologische Frühling aus.

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  • Der Mai war ein Regenmonat: Beim Schleppertreff am 12. Mai im Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen schützt sich der Fahrer eines Eicher-Traktors während der Fahrt mit einem Schirm vor dem Regen. Foto: Marc Weigert 1/3
    Der Mai war ein Regenmonat: Beim Schleppertreff am 12. Mai im Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen schützt sich der Fahrer eines Eicher-Traktors während der Fahrt mit einem Schirm vor dem Regen. Foto: Marc Weigert
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    Temperaturen im Mai 2013. Foto: 
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    Niederschlagsmenge im Mai 2013. Foto: 
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"Leere Biergärten und Straßencafés, keine Freibadbesucher, frustrierte Landwirte und Hobbygärtner - ein Wetter wie im November", so beschreibt der Wettertechniker des Deutschen Wetterdienstes, Martin Melber, den vergangenen Mai. "Von Wonnemonat keine Spur", stellt Melber bei Sichtung seiner Messdaten aus seiner privaten Wetterstation in Westheim fest.

Der diesjährige Mai brachte an 25 Tagen Regen, 19 Tage war das Wetter trüb und es gab so wenig Sonne, dass Melber nicht einen einzigen Sommertag gemessen hat. Über weite Strecken habe der Mai Negativschlagzeilen gemacht. Er war zu kalt, viel zu nass und hatte kaum Sonnenschein. Zum Ende des Monats war die Luft sogar um bis zu zehn Grad kälter als am ersten Weihnachtstag im Dezember.

Melber errechnete eine Monatsmitteltemperatur von 11,9 Grad gegenüber dem langjährigen Soll von 12,7 Grad. Damit war der Mai durchschnittlich um 0,8 Grad zu kalt. In den 28 Jahren, die er nun schon das Westheimer Wetter beobachtet, sei der Monat Mai nur dreimal kälter gewesen - zuletzt 2010 mit 11,3 Grad.

Die Monatshöchsttemperatur wurde am 8. Mai mit 23,2 Grad gemessen. Die Sonne schien nur gut die Hälfte ihres langjährigen Solls. Auf der Wetterwarte Stötten (Ostalb), wo Melber als amtlicher Wetterbeobachter arbeitet, war sie 119 Stunden zu sehen, normal wären 208 Stunden. Der diesjährige Mai sei der zweit-sonnenscheinärmste Mai seit knapp 70 Jahren. Noch weniger Sonne habe es erst vor drei Jahren gegeben: Die knapp 100 Stunden im Mai 2010 waren absoluter Negativrekord.

Keinen Sommertag im Mai

"Es gab erst zum zweiten Mal im Mai keinen Sommertag mit 25 Grad und mehr", berichtet Melber. Beim Blick in seine Aufzeichnungen entdeckte er nur einem vergleichbaren Monat: "Zuletzt war das 1987 der Fall." Im Mai des vergangenen Jahres und auch 2011 habe es immerhin 13 Sommertage gegeben.

Des kältesten Maitag seit 26 Jahren hat Melber in seinem Garten am 26. Mai gemessen. Vor anderthalb Wochen gab es eine Höchsttemperatur von 8,1 Grad. Den kältesten Wert hat Melber am Tag zuvor, am 25. Mai, mit 0,7 Grad gemessen. Luftfrost (Temperaturen unter Null in zwei Metern Höhe ) wurde knapp verfehlt. Am Erdboden (in fünf Zentimetern Messhöhe) gab es jedoch Bodenfrost mit minus 1,2 Grad. Das ist ein Rekord, meint Melber: "Der Frost kam so spät wie selten zuvor."

An 25 Tagen fiel messbarer Niederschlag - insgesamt 145,1 Liter pro Quadratmeter. "Das sind 65 Prozent mehr als das Soll von 88 Litern." In Melbers Statistik ist nur der Mai 2002 mit 150,4 Litern pro Quadratmeter noch nässer gewesen. Es gab sechs Starkregentage mit mehr als zehn Litern. Zum Monatswechsel fiel unwetterartiger Starkregen mit knapp 60 Litern binnen 48 Stunden. Gewitter gab es nur eines am 15. Mai, verbunden mit heftigen Schauern und Hagel. "So wenige Gewitter sind selten", sagt Melber, "es fehlte einfach die Wärme, die Gewitter produzieren".

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