Freibad: Hat es sich ausgeplanscht?

Rund 85 Jahre ist es alt, das Schrozberger Freibad. Investiert wurde über die Jahre kaum etwas. Die Technik ist veraltet und der Unterhalt hoch. Der Gemeinderat denkt darüber nach, das Bad zu schließen.

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  • Das Freibad in Schrozberg ist veraltet. Seit dem Bau vor rund 85 Jahren ist nichts Nennenswertes daran verändert worden. Die Stadträte trafen sich dort, um sich selbst ein Bild vom Zustand des Bades zu machen. Fotos: Kerstin Schellhorn 1/2
    Das Freibad in Schrozberg ist veraltet. Seit dem Bau vor rund 85 Jahren ist nichts Nennenswertes daran verändert worden. Die Stadträte trafen sich dort, um sich selbst ein Bild vom Zustand des Bades zu machen. Fotos: Kerstin Schellhorn
  • Diese Münzanlage in der Dusche gibt einen Eindruck vom Alter des Freibades. 2/2
    Diese Münzanlage in der Dusche gibt einen Eindruck vom Alter des Freibades.
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"Wir sollten uns im Herbst überlegen, ob wir das Freibad nächstes Jahr noch mal aufmachen", sagte Stadtrat Frank Klöpfer in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Sein Kollege von den Freien Wählern, Ulrich Herrschner, stimmte ihm zu: "Wenn wir die Kosten der nötigen Sanierungen auf die Besucher umschlagen würden, stünde das in keinem Verhältnis."

Das Freibad kostet die Gemeinde jährlich 60.000 Euro Unterhalt. Das entspricht dem Etat für die Jugendarbeit und ist etwa doppelt so viel wie für die Bücherei aufgewendet werden muss. Die Gemeinde hatte bei den Haushaltsplanberatungen eine Übersicht über die Besucherzahlen der vergangenen Jahre erstellen lassen. Das Ergebnis: "Die Anzahl der Besucher ist immer weiter gesunken, 2012 hatten wir rund 50 Besucher pro Tag", sagte Bürgermeister Klemens Izsak.

Längere Öffnungszeiten nicht möglich

Eine mögliche Ursache seien die regelmäßigen Öffnungszeiten, die vor einiger Zeit eingeführt worden waren, um sich an die Arbeitszeitrichtlinien halten zu können. Bademeister Rudolf Steinbrenner dürfe nicht länger als sechs Stunden pro Tag ohne Pause arbeiten und nicht länger als sechs Tage am Stück, so der Schultes. "Sich nach dem Wetter zu richten oder abends länger geöffnet zu lassen, geht deshalb nicht mehr."

Von den schwindenden Besucherzahlen abgesehen, sei die Technik des Bades veraltet und absolut nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kämen weitere Mängel: "Die Farbe der Beckenwände blättert immer wieder ab, aber ein neuer Belag würde rund 15.000 Euro kosten", erklärte Bauamtsleiter Thomas Pöschik. Außerdem könne im Falle einer undichten Chlorgasflasche das mit Chlor angereicherte Sprenkelwasser unter der Tür des Technikraumes hindurch in den nahe gelegenen Bach fließen. "Durch undichte Rohre haben wir zudem einen großen Wasserverlust von neun Kubikmetern pro Tag", sagte Pöschik. Die Reparatur koste rund 850 Euro.

Das Freibad abzureißen und neu zu bauen, scheint hingegen am wenigsten wahrscheinlich. Zwei Millionen Euro müsse man dafür rechnen, erklärte Bürgermeister Izsak. Stadtrat Walter Markert schlug im Sinne der Kinder, die das Bad hauptsächlich besuchen, vor, es künftig ehrenamtlich zu betreiben. Izsak entgegnete: "Als Bademeister brauchen wir eine Fachkraft, die die entsprechende Qualifikation hat. Da geht es nicht günstiger." Er kündigte an, über das Thema im Laufe des Jahres weiter beraten zu lassen.

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