Frauen Mut gemacht

Trotz kühler Witterung haben sich am Karfreitag wieder knapp 50 Frauen verschiedener Altersgruppen und Konfessionen auf einen Kreuzweg-Gang gemacht - diesmal durch Langenburg.

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Am Gemeindehaus erinnerten die Frauen an die Kinder der Mulfinger Josefspflege. Privatfoto

Der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Dekanats Blaufelden hatte alle Frauen zu diesem Kreuzweg an Karfreitag eingeladen. Er verband die biblischen Texte der Passionsgeschichte mit Stationen, an denen zum Thema: "Durchkreuzte Wege" Leidenswege von Frauen heute sicht- und hörbar gemacht werden. An fünf Stationen wurden an Leiden und Gewalt gedacht und belastende Situationen von Frauen sichtbar gemacht. Am Gefallenendenkmal erinnerten sie daran, dass sich mit diesem Ort sehr viel Leid verbindet. Viele Familien wurden damals auseinandergerissen; viele Leben zerstört.

Am evangelischen Gemeindehaus wurde der Möglichkeiten gedacht, die solche Räume für eine Gemeinschaft bedeuten. Chorproben, Jugendkreise, Bibelarbeiten, einfach Austausch von Glauben. Gleichzeitig ging dann aber auch der Blick über das Jagsttal hinaus, wo in Mulfingen die Sankt-Josefs-Pflege zu erkennen ist. 1944 wurden hier 39 Sinti-Kinder abgeholt und nach Auschwitz ins KZ deportiert. Bis auf vier wurden sie vergast.

Unterhalb der früheren Schlecker-Filiale galt es gleich zwei Probleme zu bedenken: zum einen der 12 000 Schlecker-Frauen, die nach der Pleite auf der Straße stehen und zum anderen der immer noch schlechteren Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Sie werden schlechter bezahlt, und ihr Risiko, entlassen zu werden, ist für sie ungleich höher als für Männer.

An der letzten Station, dem Amtsgericht, erfuhren die Frauen von Silvia Holbein mit einer Geschichte aus dem Asylbewerberheim, welche absurden Gesetze es gibt. Holbein berichtete aber auch von Menschen, die sich hier für Asylbewerber einsetzen und zum Beispiel kostenlosen Deutschunterricht erteilen.

Nach letzten Kyrierufen führte der Weg zum liturgischen Abendmahlsgottesdienst in die Stadtkirche Langenburg. Neben Musikstücken der Flötengruppe, Psalm und Gemeindelied wurde in stillem Gedenken und mit dem Läuten der Totenglocke um 15 Uhr der Todesstunde Jesus gedacht.

Das Abendmahl im Kreis um den Altar war ein eindrücklicher Abschluss dieses vierten Frauenkreuzweges. Die Altarkerzen wurden gelöscht, und nachdem die Frauen ermutigt wurden, nicht mehr wegzuschauen, das Übel beim Namen zu nennen, sich untereinander zu verbünden und sich auf die Seite der Verfolgten zu stellen, wurden sie mit einem Segen gestärkt in den Alltag verabschiedet.Info Das BAF-Team lädt zu einer Ausfahrt unter dem Motto "Würzburger Weiberkraft" am Samstag, 28. April, ein. Anmeldungen nimmt Inge Kaletta (Telefon 0 79 55 / 21 38) bis zum 26. April entgegen.

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