Flucht endet am Haller Bahnhof: Polizei fasst mutmaßlichen Vergewaltiger

Der mutmaßliche Vergewaltiger einer 14-Jährigen ist gefasst: Die Polizei nahm den Mann, der am Sonntag in Hall geflüchtet war, am Montagabend nach Zeugenhinweisen in Bahnhofsnähe fest.

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Dank eines aufmerksamen Bürgers aus Untermünkheim war die Flucht eines mutmaßlichen Gewalttäters am Montagabend nach gut 24 Stunden zu Ende. Der Tatverdächtige hatte den Mann radebrechend nach dem Weg gefragt. Zu Hause angekommen hatte der Zeuge über Medienberichte erkannt, dass der Ratsuchende der Geflohene war, nach dem öffentlich gefahndet wurde. Er informierte die Polizei. Diese nahm den Mann kurz darauf, gegen 19 Uhr, in der Nähe des Schwäbisch Haller Stadtbahnhofs fest. Die Handschließe, aus der er sich am Sonntag in Polizeigewahrsam mit einer Hand befreien konnte, baumelte noch an seinem Handgelenk.

Gegenwehr leistete der Tatverdächtige bei seiner Festnahme nicht, erklärte der Haller Polizeipressesprecher Hermann Schüttler. Die Beamten seien für solche Fälle taktisch gut geschult und würden durch ihr Auftreten zeigen, dass Widerstand oder ein neuerlicher Fluchtversuch zwecklos seien.

Der 24-Jährige, der am Samstagabend in Öhringen ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt haben soll, wurde noch am Montagabend in Künzelsau in eine Haftzelle gebracht. Am gestrigen Dienstag wurde er, so Jürgen Baierl von der Künzelsauer Polizeidirektion, "unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen" dem Haftrichter in Schwäbisch Hall vorgeführt.

Über den Fluchtweg des Mannes und wo er die Nacht verbracht hat, herrschte am dienstag noch Unklarheit. Er konnte entkommen, als ihn die Polizei zum zuständigen Haftrichter im Amtsgericht in der Unterlimpurger Straße bringen wollte. Aus der stählernen Handschließe befreite er sich offensichtlich bereits während der Fahrt, so Baierl auf Nachfrage - wohl wegen seiner "äußerst schmalen Hände". Der Polizist, den der Mann niederschlug, erlitt eine Platzwunde auf der Nase, außerdem plagt ihn heftiges Kopfweh. Schwer verletzt wurde er allerdings nicht.

Der Tatverdächtige war seit 2011 in Öhringen wohnhaft. Dort bestritt er seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs. Über Vorstrafen war weder der Staatsanwaltschaft noch der Künzelsauer Polizei bis gestern etwas bekannt. Details zur Vergewaltigung, die dem Mann vorgeworfen wird, wollte Jürgen Baierl nicht nennen, da es sich dabei um Täterwissen handele. Das 14-jährige Opfer befinde sich in ärztlicher Behandlung, der Zustand des Mädchens sei den Umständen entsprechend stabil.

Die Untersuchungshaft wird der Festgenommene in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall verbringen. Der Haftbefehl wird zunächst wohl ausschließlich wegen des Tatvorwurfs der Vergewaltigung ausgestellt, erklärte Harald Lustig von der Staatsanwaltschaft in Heilbronn auf Nachfrage. Die Körperverletzung und der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, so ist anzunehmen, werden erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Anklage einfließen.

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