Fixpunkt im Familienalltag

Eltern, die Rat bei Erziehungsfragen suchen, können über das Projekt Eltern und Chance (Elch) der Haller Awo unkompliziert Hilfe bekommen. Erste Anlaufstelle ist meist der offene Elterntreff in der Kinderinsel.

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In der Kinderinsel in Schwäbisch Hall werden Mädchen und Jungen betreut. Alleinerziehende finden dort über das Projekt Elch (Eltern und Chance) auch Rat und Hilfe in Erziehungsfragen. Das Bild stammt aus dem Jahr 2009. Archivfoto: Arslan

In der Kinderinsel in der Mohrenstraße in Hall sind zweimal in der Woche Eltern mit ihren Kindern willkommen. In der Regel sind es Mütter. Während sie ihre Erfahrungen austauschen, Kontakte knüpfen und Kraft tanken für den Familienalltag, spielen die Kinder unter fachlicher Betreuung.

"Bei uns herrscht eine offene Atmosphäre und jede Frau wird so angenommen wie sie ist", erklärt die Pädagogin und Projektleiterin Doris Schwörer, die schon lange in der Familienarbeit tätig ist. So falle es den Frauen leichter, Fragen zu stellen und Probleme anzusprechen.

Das Spektrum der Themen ist groß: Es reicht von Schlafproblemen der Kinder, über Streit zwischen Geschwistern bis zu Paarproblemen. Beim Elterntreff lassen sich manche Fragen schon in der Runde mit den anderen Müttern und dem Team der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aus ehrenamtlichen und professionellen Mitarbeiterinnen lösen. Doris Schwörer nimmt sich auch Zeit für ein Gespräch unter vier Augen - mal mit Voranmeldung, mal ohne. "Es gibt Situationen, da kann man nicht erst einen Termin vereinbaren", meint sie.

Bei jedem Elterntreff gibt es für die Mütter Informationen zu einem bestimmten Thema, etwa über das Grenzensetzen, Geschwisterrivalität oder Rituale für Kinder. Regelmäßig halten Experten anderer Einrichtungen vor den Müttern kostenfreie und praxisnahe Vorträge, demnächst etwa zum Thema "So gelingt der Schulstart: Tipps und Tricks aus der Frühförderung". Bei der Suche nach Referenten kommt Doris Schwörer ihre gute Vernetzung mit Fachleuten anderer Institutionen zugute. "Das ist hilfreich, wenn ich für Eltern einen bestimmten Experten suche", hat sie festgestellt.

Die systemische Elternberaterin freut sich über den regen Zulauf. Die meisten kommen, weil ihnen andere Mütter vom Elterntreff erzählen. "Gerade für alleinerziehende Mütter ist er ein Fixpunkt. Wir haben nämlich fast das ganze Jahr über geöffnet", erklärt sie.

Auch die eine oder andere Frau mit Migrationshintergrund habe schon bei ihnen hereingeschaut. Viele Mütter würden regelmäßig kommen und seien froh über die Unterstützung. In schwierigen Familienzeiten oder Belastungen im Familienalltag, wenn beispielsweise ein Elternteil oder ein Kind lange krank ist, machen die Elch-Mitarbeiterinnen auch Hausbesuche, um konkret im Alltag zu helfen.

"Meist sind es Eltern, die wir vom Elterntreff kennen, zu denen also schon eine Vertrauensbasis besteht. Sie trauen sich eher, um Hilfe zu bitten", weiß die vierfache Mutter.

Für das Projektkonzept haben verschiedene Einrichtungen der Gesundheits- und Jugendhilfe zusammengearbeitet. "Wir wollten ein Angebot schaffen, wo sich Eltern unverbindlich treffen und sich von Expertinnen Ratschläge für den Erziehungsalltag holen können", berichtet Werner Hepp, Geschäftsführer der Haller Awo. Die Kombination aus Elterntreff mit Beratung und Vorträgen und Familienhilfe vor Ort komme sehr gut an. Positive Rückmeldungen gebe es auch vom Jugendamt, anderen Beratungsstellen und der Aktion Mensch. Die Sozialorganisation finanziert 80 Prozent des Projekts. Derzeit arbeitet die Awo an einer Weiterentwicklung des Konzepts und sucht das Gespräch mit möglichen Geldgebern, um Elch auch 2014 fortzuführen.

Rund 150-mal hat der Elterntreff seit April 2011 seine Türen geöffnet. Meist nehmen zwischen 10 und 15 Eltern mit Kindern teil. Im letzten Jahr haben sich 230 Eltern beraten lassen und 15 Familien haben vom Hausbesuchskonzept Gebrauch gemacht.

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