Filmemacher Bernd Umbreit: Grenzerfahrungen und ganz viel Mut

Um Grenzerfahrungen geht es in der Woche der Kirchengemeinden Sulzbach und Laufen. Filmemacher Bernd Umbreit präsentierte dazu seine Doku "Tour ins Ungewisse - Leben mit Behinderung".

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Nur mit der Kraft ihrer Arme fuhren die vier Männer auf ihren speziellen Rädern durch ganz Deutschland.  Foto: 

Im 44 Minuten langen Werk von Bernd Umbreit geht es um Mut, Durchhalten und die Überschreitung von Grenzen. Der Filmemacher berichtet sehr emotional von den Dreharbeiten und den Beziehungen zu seinen Darstellern, die sich selbst etwas beweisen wollen. Die zahlreichen Besucher im Laufener Ortszentrum waren tief berührt von dieser Vorführung, besannen sich auf das Wesentliche, auf das es im Leben ankommt und waren dankbar für ihr Leben und ihre Gesundheit.

In dem lebensbejahenden Film, bei dem auch herzhaft gelacht werden konnte und durfte, begleiten Heidi und Bernd Umbreit die Querschnittsgelähmten Jens, Christian, Jürgen und Bernd mit der Kamera und erzählen die Geschichte ihrer selbstorganisierten Handbike-Tour durch Deutschland. Alle vier sind Tetraplegiker oder "Tetras", wie sie sich selber nennen, mit einer hohen Querschnittslähmung im Halswirbelbereich. Diese Menschen stehen im Schatten unserer Gesellschaft und sind doch etwas ganz besonderes. Bekannt wurde die Diagnose Tetraplegie (Schlag, Lähmung) in jüngster Zeit durch Samuel Koch, der bei "Wetten, dass ..?" bei einem riskanten Sprung über ein Auto stürzte.

Gegen Vorurteile fahren

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Armbruster gab der Musikverein Laufen mit dem Stück "The Final Countdown" der Gruppe Europe den Startschuss zu dieser Tour. Über 1100 Kilometer und 5500 Höhenmeter kämpften sie sich in 72 Stunden mit der verbliebenen Muskelkraft der Arme und der Hilfe ihrer Spezialräder von Sonthofen bis Flensburg. Nonstop, Tag und Nacht, immer im Wechsel - Bernd, Jürgen, Christian und Jens. Drei Tag lang fuhren sie gegen die Zeit und gegen das Wetter, gegen die Gefahren der Strecke und gegen die Schwierigkeiten, die ihnen ihr eigener Körper auferlegt. Vor allem aber gegen Vorurteile.

Nach dem Ende der Doku, übrigens eine Koproduktion von SWR und NDR, erzählte der Filmemacher, was sich am Rande der Dreharbeiten zugetragen hatte und beantwortete Fragen. Dabei war ihm anzumerken, wie sehr ihn das Leben und auch die Familien seiner Darsteller beschäftigen. Besonders hat ihn deren Menschlichkeit angesprochen. Immer wieder hat er Kontakt zu ihnen und es sind richtige Freundschaften entstanden.

Mit diesem Filmabend gegen Mutlosigkeit zeigte Umbreit auf, dass das Leben immer lebenswert ist. Er freute sich über die große Anteilnahme der vielen Besucher, die sich ganz offen auf den Weg ins Laufener Ortszentrum gemacht hatten. Für ihn sei dies ein Zeichen für Gemeinde und Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig hilft, unterstützt und gemeinsam Grenzen überwinden kann.

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