Fichtenberger Firma vertreibt E-Zigaretten

Mit fünfzig Geräten hat Thomas Bufalini vor drei Jahren angefangen. Mittlerweile versorgt der Fichtenberger weltweit 30.000 Kunden mit E-Zigaretten. Einige haben sogar mit dem Rauchen aufgehört.

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    Thomas Bufalini fotografiert eine E-Zigarette für den Online-Katalog von Dampfdings. Foto: 
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    Die elektrische Zigarette liegt im Trend. Allerdings könnte es passieren, dass sie über kurz oder lang auch wieder vom Markt verschwindet. Foto: 
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Der Kumpel frohlockt: Seit ihm seine Frau ein E-Zigaretten-Set geschenkt hat, also seit einer Woche, habe er sich keine Kippe mehr angezündet, schreibt er in einer E-Mail. "Und das nach vierzig Jahren!" Auch Thomas Bufalini ist unter die Dampfer gegangen. Von einem Tag auf den anderen habe er keine herkömmlichen Zigaretten mehr angerührt, sagt der Fichtenberger, der vor drei Jahren zusammen mit Sven Wetterau den E-Zigaretten-Vertrieb "Dampfdings" gegründet hat, der in der Fichtenberger Hauptstraße residiert.

Mit Regulierung rechnen

Diesen Entwöhn-Effekt in den Vordergrund zu stellen oder gar damit zu werben, ist allerdings nicht zu empfehlen. Wer Menschen, in diesem Fall Rauchern, ein gesünderes Leben verspricht, muss mit Regulierung rechnen. Und im Fall der E-Zigarette geschieht das auch: Die Europäische Kommission plant, sie als Arzneimittel einzustufen. Eine entsprechende Änderung der Tabakproduktrichtlinie ist in Arbeit.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg begrüßt diese Änderung - und Überzeugungsdampfer wie Bufalini sind sauer. Seit vor 27 Jahren in den USA die erste E-Zigarette auf den Markt kam (und umgehend verboten wurde), hätte man Zeit gehabt, Studien durchzuführen, sagt der gelernte Schriftsetzer. Für ihn ist die E-Zigarette ein Genussmittel; die Tatsache, dass Nikotiniker vom Rauch zum Dampf wechseln, ein eher erfreulicher Nebeneffekt.

Anders als bei der herkömmlichen Zigarette gibt es bei der E-Zigarette keine Verbrennungsprozesse und damit auch keine schädlichen Rückstände wie Teer und Kondensat. Stattdessen: reiner Dampf mit einer überschaubaren Menge größtenteils als unbedenklich deklarierten Inhaltsstoffen: Propylenglykol oder Glycerin, Aromastoffe. Und, auf Wunsch, Nikotin.

Dass eindeutige Studien zur Schädlichkeit der E-Zigarette nicht vorliegen, räumt auch das DKFZ in der Broschüre "Elektrische Zigaretten - ein Überblick" ein, die in der "Roten Reihe. Tabakprävention und Tabakkontrolle" erschienen ist. Gerade deshalb aber wird gewarnt: "Nach aktuellem Wissensstand können elektrische Zigaretten nicht als unbedenklich gewertet werden." Angeführt werden Produktmängel, fehlende Qualitätskontrollen, ungenaue Dosierungen, diffuse Inhaltsstoffe. "Der Verbraucher sollte sich darauf verlassen können, dass ein Produkt gesundheitlich unbedenklich ist", heißt es im Begleittext. Das Argument empört nicht nur Dampfer: Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat mit Blick auf die Tabakindustrie Gleichbehandlung angemahnt.

Eine Füllung hält bis zu sieben Tage

Die E-Zigaretten, die Bufalini je nach Modell für Preise von 20 bis 500 Euro vertreibt, bestehen im Prinzip aus einem Mundstück, einer wiederaufladbaren Batterie, einem Behälter für die Flüssigkeit, die Liquid genannt wird, und einem Verdampfer. Eine Füllung halte fünf bis sieben Tage, sagt Bufalidi. Die "Liquids" bezieht er aus China, es gibt sie mit und ohne Nikotin und in etwa 60 verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Die Idee, in das Geschäft einzusteigen, hatten Thomas Bufalidi und Sven Wetterau vor drei Jahren auf Gran Canaria - "beim Gassigehen", schreiben sie auf ihrer Website. Bufalini kehrte nach Fichtenberg zurück, organisierte für einen ersten Versandversuch 50 "Sets", die nach zwei Wochen verkauft waren. Ein Jahr später mietete er die Räumlichkeiten in der Hauptstraße an, im Februar 2012 wurde Dampfdings zur eingetragenen Wortmarke und aus der Einzelfirma die Dampfdings GmbH mit heute etwa 30.000 Kunden. Wetterau, der auf Gran Canaria lebt, hat den "Kundensupport" übernommen.

Acht Mitarbeiter hat die Dampfdings GmbH im Lauf der Zeit beschäftigt. Heute sind es noch drei. Denn die Diskussion über die mutmaßlichen Risiken der E-Zigaretten hat Resultate gezeitigt - der Umsatz, sagt Bufalidi, sei eingebrochen. Wies weitergeht, ist deshalb ungewiss. Werde die E-Zigarette als Arzneimittel eingestuft, werde das dampfende Geschäft wohl an die Apotheken gehen. Die Dampfdings GmbH bräuchte dann eine Pharma-Lizenz.

Bündnis 90 / Die Grünen: Einstufung als Arzneimittel nicht verhältnismäßig
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Kommentare

06.06.2013 15:31 Uhr

Tausendfach weniger schädlich und sie funktioniert für alle Raucher!

Ja...seit 27 Jahren bereits könnten die Raucher eine tausendfach weniger schädliche "Nur-Nikotin-Zigarette-ohne-Tabak" haben, aber die Gesundheitsbehörden haben es verhindert und zwar mit den GLEICHEN Argumenten wie nun 2013 auch....warum?
Hier kann man nur spekulieren.
Fakt ist: Bis HEUTE kehren die Behörden die nicht vorhandenen gesundheitlichen Folgen von Nikotin selbst (bei gesunden Erwachsenen vorausgesetzt...wie bei allen Genussmitteln) unter den Tisch.
Man findet jedoch die Antwort auf deren Aufklärungsseiten über Tabak..meist gaaanz klein in einem Halbsatz "versteckt".
Es werden auch seit (mindestens) 30-40 Jahren die Begriffe Tabak/Nikotin synonymisiert.
Bei mir funktionierte diese Desinformationskampagne hervorragend: Ich gab auch Nikotin immer die Hauptschuld am Tabakelend.
Ich rauchte 28 Jahre lang Mboro Red (30-40 Stück/Tag), kam durch Zufall vor 3 Jahren auf die E-Zigarette und sie SCHMECKTE mir ganz einfach besser und sie funktionierte hervorragend von der Wirkung her.
Der Zigarettenkonsum wurde immer weniger und ich wunderte mich, wo mein Raucherhusten hin ist:
Weg.....auch Migräne und andere Zipperlein verschwanden plötzlich.Was war da los?
Ich dachte immer, das böse "Nervengift Nikotin" macht einen hauptsächlich zu schaffen.
Mitnichten! Ohne Tabak hat es nicht mehr Risiken als Koffeinkonsum (in normalen Mengen konsumiert...versteht sich) und macht auch praktisch nicht süchtig (das weiss auch die EU...steht auf ihren Webseiten zum Thema "Tabakzusatzstoffe").
Beim Thema "E-Zigaretten" wird die Öffentlichkeit überschwemmt mit Infos über Vergiftungssymptome und Infos über Nikotin IN Tabak! Das wird fast unbemerkt in Stellungnahmen zu E-Zigaretten mit "hineingeschoben".
Das war auch in dem Werk über die E-Zigarette von der Tabakkontrolle des DKFZ ("Rote Reihe") wieder der Fall bei "Gesundheitliche Auswirkungen von Nikotin":
"Mindestens einen Teil dieser Wirkungen entfaltet das Nikotin AUCH beim Gebrauch elektrischer Zigaretten."
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/RoteReihe/Band_19_e-zigaretten_ein_ueberblick.pdf
Wohlgemerkt...es geht in dem Artikel eigentlich NUR um Nikotin ohne Tabak....eigentlich.
Welche gesundheitlichen Auwirkungen nun bei Nikotin OHNE Tabak wegfallen, müsste man beim DKFZ nachfragen.
Kein Raucher müsste mehr (soviel) rauchen für seinen gewohnten Nikotinkonsum und neue Abhängige wird es kaum geben, da Tabak plus Zusatzstoffe abhängig macht, nicht das Nikotin.
Die E-Zigarette funktioniert, muss als "Zigarette" keineswegs "unbedenklich" sein (jedoch mehr als eine "leichte Atemwegsreizung", einer "Allergiegefahr bei empfindlichen Personen" sowie geringste Mengen von Schadstoffen in einigen Proben haben sie in 9 Jahren nicht gefunden).
Mit diesen "Risiken" müsste die Hälfte aller Lebensmittel auf dem Markt verboten werden.
Was geht hier vor seit über 30 Jahren?
Es ist ethisch nicht vertretbar, Konsumenten das geringere Risiko rauchloser Nikotinprodukte im Vergleich zum Rauchen zu verschweigen!

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06.06.2013 15:09 Uhr

Nikotin ohne Tabak macht kaum süchtig

Ja...seit 27 Jahren bereits könnten die Raucher eine tausendfach weniger schädliche "Nur-Nikotin-Zigarette-ohne-Tabak" haben, aber die Gesundheitsbehörden haben es verhindert und zwar mit den GLEICHEN Argumenten wie nun 2013 auch....warum?
Hier kann man nur spekulieren.
Fakt ist: Bis HEUTE kehren die Behörden die nicht vorhandenen gesundheitlichen Folgen von Nikotin selbst (bei gesunden Erwachsenen vorausgesetzt...wie bei allen Genussmitteln) unter den Tisch.
Man findet jedoch die Antwort auf deren Aufklärungsseiten über Tabak..meist gaaanz klein in einem Halbsatz "versteckt".
Es werden auch seit (mindestens) 30 Jahren die Begriffe Tabak/Nikotin synonymisiert. Auch bei mir funktionierte diese Desinformationskampagne seit drei Jahrzehnten hervorragend: Ich gab auch Nikotin immer die Hauptschuld am Tabakelend.
Ich rauchte 28 Jahre lang Mboro Red (30-40 Stück/Tag), kam durch Zufall vor 3 Jahren auf die E-Zigarette und sie SCHMECKTE mir ganz einfach besser und sie funktionierte hervorragend von der Wirkung her.
Der Zigarettenkonsum wurde immer weniger und ich wunderte mich, wo mein Raucherhusten hin ist:
Weg.....auch Migräne und andere Zipperlein verschwanden plötzlich.
Ich dachte immer, das böse "Nervengift Nikotin" macht einen hauptsächlich zu schaffen.
Mitnichten! Ohne Tabak hat es nicht mehr Risiken als Koffeinkonsum (in normalen Mengen konsumiert...versteht sich) und macht auch praktisch nicht süchtig (das weiss auch die EU...steht auf ihren Webseiten zum Thema "Tabakzusatzstoffe").
Beim Thema "E-Zigaretten" wird die Öffentlichkeit überschwemmt mit Infos über Vergiftungssymptome und Infos über Nikotin IN Tabak! Das wird fast unbemerkt in Stellungnahmen zu E-Zigaretten mit "hineingeschoben".
Das war auch in dem Werk über die E-Zigarette von der Tabakkontrolle des DKFZ ("Rote Reihe") wieder der Fall bei "Gesundheitliche Auswirkungen von Nikotin":
"Mindestens einen Teil dieser Wirkungenentfaltet das Nikotin AUCH beim Gebrauch elektrischer Zigaretten."
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/RoteReihe/Band_19_e-zigaretten_ein_ueberblick.pdf
Wohlgemerkt...es geht in dem Artikel eigentlich NUR um Nikotin ohne Tabak....eigentlich.
Welche gesundheitlichen Auwirkungen nun bei Nikotin OHNE Tabak wegfallen, müsste man beim DKFZ nachfragen.
Kein Raucher müsste mehr (soviel) rauchen für seinen gewohnten Nikotinkonsum und neue Abhängige wird es kaum geben, da Tabak abhängig macht, nicht das Nikotin.
Die E-Zigarette funktioniert, muss als "Zigarette" keineswegs "unbedenklich" sein (jedoch mehr als eine "leichte Atemwegsreizung", einer "Allergiegefahr bei empfindlichen Personen" sowie geringste Mengen von Schadstoffen in einigen Proben haben sie in 9 Jahren nicht gefunden..damit kann ich leben).
Was geht hier vor seit fast 30 Jahren?Warum gibt man das "saubere" Nikotin ohne Tabak nicht frei?

Es ist ethisch nicht vertretbar, Konsumenten das geringere Risiko rauchloser Nikotinprodukte im Vergleich zum Rauchen zu verschweigen!

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