Fest der Landjugend in Schrozberg

Der Sommer ist endgültig vorbei, wenn die Kreislandjugend zum traditionellen Erntedank-Gottesdienst lädt. Am Sonntag war es wieder mal so weit.

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In der Schrozberger Stadthalle boten die Landjugendlichen am Sonntag unter anderem leckeren Blooz an. Fotos: Ute Schäfer

Ganz gerecht wechseln sich die drei Landjugendvereine im Altkreis mit der Ausrichtung des Erntedank-Gottesdienstes ab. In diesem Jahr waren die Schrozberger Landjugendlichen an der Reihe. "Es trifft dann halt diejenigen, die gerade die Vorsitzenden sind", sagt Franziska Oberndörfer, die zusammen mit dem Kollegen Steffen Stör dieses Amt derzeit in Schrozberg innehat.

Also ging das "Orga-Team" ans Planen und Ausrichten: Der Posaunenchor Leuzendorf wurde gebucht, Blooz gebacken. Gaben für den Erntedanktisch gesammelt - der bog sich bald unter den Blumen und Ähren, Maiskolben, Früchten und Gemüsen. Die Tische in der Schrozberger Stadthalle wurden mit Blumen, Blättern und braunglänzenden Kastanien festlich geschmückt.

Doch um all das geht es bei einer Erntedankfeier eigentlich nicht. Es geht vor allem darum, innezuhalten und sich zu vergegenwärtigen, dass eine gute Ernte nicht selbstverständlich ist, sagte Wilhelm Wackler vom Kreisbauernverband in seinem Grußwort. Dennoch habe er bei Erntedankfesten immer ein zwiespältiges Gefühl. Bei ihm stehe auf der einen Seite die Dankbarkeit darüber, dass in diesem Jahr die Ernte trotz aller Wetterkapriolen und Befürchtungen sehr gut geworden sei.

Auf der anderen Seite stehe aber der Zwang der Landwirte zur Wirtschaftlichkeit. Denn eine gute Ernte ziehe fallende Getreidepreise nach sich. "Deshalb folgt einer guten Ernte nicht automatisch ein gutes Einkommen", sagte Wackler. Dennoch wolle er heute innehalten und dankbar sein, dass alles gut gegangen sei. Dieses Innehalten war auch der Inhalt eines kleinen Gedichts, das die Vorsitzende der Kreislandfrauen, Gerti Häußermann, anstelle eines Grußwortes vortrug. Und dieses Innehalten beschwor auch Bürgermeister Klemens Izsak: "Wir Älteren wissen, dass es gute und schlechte Jahre gibt." Lebe man im Überfluss, müsse man sich das immer vergegenwärtigen.

"Weil wir keinen Mangel kennen, löst bei uns ein voller Teller nicht automatisch Dankbarkeit aus", sagte Vikar Jeshua Hipp in seiner Predigt. "Hängt Dankbarkeit also direkt mit Mangel zusammen? Können wir nur dankbar sein, wenn wir gespürt haben, dass etwas Selbstverständliches genommen werden kann? Wie die Gesundheit zum Beispiel?" Nein, antwortete Hipp. "Dankbarkeit ist einer der zentralen Begriffe in der Bibel, und sie ist eine Haltung."

Die sich im Übrigen auch in der Haltung den Lebensmitteln gegenüber zeigen sollte, sagte die Landesvorsitzende der Landjugend, Nicole Rutsch, in ihrem engagiert vorgetragenen Grußwort: "In Lebensmitteln steckt Leidenschaft und Herzblut der Landwirte." Gute Lebensmittel dürften nicht weggeworfen werden, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sei. Auch dies sei eine Frage der Wertschätzung und der Dankbarkeit.

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