Ferrari-Club-Deutschland: Wilder Galopp durch Hohenlohe

Eine Horde wilder Pferde ist am Wochenende durch Hohenlohe galoppiert: Der Ferrari-Club Deutschland traf sich im Vital-Hotel zu Neustädtlein und machte Station in Langenburg. Das HT hat sich umgesehen.

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Rot war am Samstag die bestimmende Farbe in Langenburg. Foto: Götz Greiner

Die schwarz-weiß karierte Fahne - eine Augenweide für jeden Rennfahrer. Ein Parkplatz voller Ferraris - eine Augenweide für jeden Motorsportfan. Beides in Langenburg - eine Augenweide für so ziemlich jeden. Andreas Thümmel schwenkt die Fahne und öffnet die Schranke zum Schlossparkplatz, Margareta Bier gibt den Fahrern neue Startzeiten und schickt sie in die Mittagspause.

Flasche Wein als Hauptpreis

Ein paar Stunden zuvor sind die Ferraristi zu einer 160 Kilometer langen Rallye durch Hohenlohe aufgebrochen: Von Neustädtlein über Kirchberg, kreuz und quer durch das Jagst- und Kochertal zu ihrem Ziel oberhalb der Jagst. Vier Prüfungen mussten sie auf der Strecke ablegen - solche, die man in Langenburg vom dritten Tag der "Historic" gut kennt: Eine bestimmte Distanz musste in einer vorgegebenen Zeit zurückgelegt werden. Um einen großartigen Preis ging es dabei nicht: "Eine Flasche Wein, oder so", sagt ein Fahrer.

Da stehen sie nun im Spalier auf dem Parkplatz des Schlosses, mehr als vierzig der italienischen Rennwagen. Der Ferrari-Club Deutschland ist nur fast das, was man erwartet: Im Großen und Ganzen rot, bis auf vier gelbe und drei schwarze Autos. Im Großen und Ganzen deutsch, bis auf einen Luxemburger. Und im Großen und Ganzen Ferrari, bis auf einen (schwarzen) Audi. Dem Fahrer ist am Tag zuvor die Kupplung seines Schlittens kaputtgegangen, jetzt fährt er die Rallye mit dem Ersatzwagen aus Ingolstadt.

"Kaum einer kennt Hohenlohe"

Nur wenigen Teilnehmern fehlt ein Ferrari-Accessoire in der Garderobe. Bei Walter Lais sind es die Schuhe, die den roten Akzent im Outfit setzen. Der Schwabe hat die diesjährige Frühjahrsausfahrt organisiert. "Wir haben Hohenlohe ausgewählt, weil es hier wunderschön ist. Und weil es kaum einer kennt." Von den Fahrern komme keiner aus der Gegend, meint er, dafür aber aus ganz Rest-Deutschland. Sie seien begeistert von der Region, wenn auch manch einem die Route zu schwer sei.

Mancher habe die Fahrt abgebrochen, dem "Routebook" nicht folgen können. In diesem "Gebetbuch der Rallyefahrer", wie es einer nennt, ist der Weg genau beschrieben - durch Pfeile, Grad der Biegung und Distanzen. Das kann den Beifahrer, der es während der Fahrt liest, auf kleinen hohenlohischen Landstraßen schon mal durcheinanderbringen.

Während die meisten derer, die es geschafft haben, im Schlosscafé nach Stärkung lechzen, hört man oben im Städtle ab und zu Auspuffe dröhnen - vermutlich gibt wieder einer den Kampf auf und tritt den Weg direkt zurück ins Hotel nach Neustädtlein an. Eigentlich aber geht es erst um dreiviertel Zwei weiter, nachdem alle - und welcher Liebhaber würde sich diese Gelegenheit entgehen lassen? - im Automuseum waren.

Es war einer der beiden schwarzen Ferraris, der als Erstes vor dem Schloss parken durfte - der mit der Sieben. Ihm gebührt nun auch das Privileg, als Erstes die Schranke zurück auf die Straße Richtung automobiler Freiheit zu passieren.

Margareta Bieralso zählt den Countdown, Andreas Thümmel schwenkt die Ferrari-Club-Flagge; und im Minutentakt dröhnt es - zunächst im Langenburger Städtle, dann auf den verschlungenen Wegen Richtung Dinkelsbühl, dem nächsten Stopp.

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