Ferkelerzeugung stark rückläufig

Im Lauf der letzten drei Jahre hat die Hälfte der Ferkelerzeuger die Produktion aufgegeben. Von einem Strukturwandel spricht die UEG Hohenlohe-Franken mit Sitz in Niederstetten-Adolzhausen.

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Ferkel im Stall. Die Umsätze der Erzeuger gehen deutlich zurück. Foto: tz

Die unabhängige Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel Hohenlohe-Franken (UEG) geht davon aus, dass allein im Jahr 2013 jeder fünfte Ferkelerzeuger aufgegeben hat. "So einen krassen Veränderungsprozess hat es seit Bestehen der UEG noch nie gegeben", berichtet der Geschäftsführer Herbert Klein.

Auf Landesebene zeichne sich eine ähnliche Entwicklung ab. Die Zuchtsauenhaltung in Baden-Württemberg sei auf ein Rekordtief gesunken. Das Niveau sei vergleichbar mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg. "Wurden 1998 noch 320000 Zuchtsauen in den Ställen der Bauern des Landes gehalten, so waren es Ende 2013 nur noch knapp die Hälfte", schreibt die Erzeugergemeinschaft in einer Pressemitteilung.

Unbefriedigende Verkaufserlöse in den letzten fünf Jahren und vor allem die bürokratischen Anforderungen an die Haltung der Tiere - die von vielen Erzeugern als überzogen betrachtet werden - hätten vor allem die kleinen und mittleren Betriebe entmutigt und zur Aufgabe der Sauenhaltung veranlasst. Ein Beispiel dafür sei die Einstellung des Ferkelmarktes in Niederstetten.

"Politisch wird immer dargestellt, dass man die kleineren bäuerlichen Familienbetriebe erhalten will. Aber gerade durch die immer aufwändigeren bürokratischen Auflagen hören gerade die von der Politik und Öffentlichkeit gewollten Betriebe mit kleineren Strukturen auf. Wie die Entwicklungszahlen bei der Sauenhaltung zeigen, wird der Strukturwandel nicht durch größere, wachsende Betriebe aufgefangen. Somit verliert der ländliche Raum gewaltig an Wertschöpfung", schreibt die UEG.

Es scheine, als würde die Autoproduktion im Mittelpunkt stehen, eine Landwirtschaft zur Ernährung der eigenen Bevölkerung aber nicht gebraucht werden. Für Bauern sei es betriebswirtschaftlich interessanter Strom zu erzeugen als Nahrungsmittel.

Bei der UEG Hohenlohe-Franken schlage sich diese Entwicklung in den Umsatzzahlen nieder. So wurden im Jahr 2013 58000 Ferkel weniger erfasst und vermarktet als im Jahr zuvor. Auch bei den Schlachttieren sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen. 2013 wurden von der UEG noch 950699 Tiere vermarktet, das waren 67000 Tiere weniger als 2012. Der Gesamtumsatz der UEG-Gruppe betrug 2013 110 Millionen Euro, das waren über 5 Millionen weniger als 2012.

Die Preisentwicklung lag bei Mastschweinen mit 1,70 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Der Ferkelpreis bei 25 Kilogramm lag mit 53,38 Euro um 6 Cent je Ferkel über dem Vorjahreswert. Wenn nicht die enorm gestiegenen Futter- und Energiekosten entgegenstehen würden, hätte man mit dem erzielten Preisniveau zufrieden sein können, so die UEG.

Die Chancen für eine erfolgreiche Schweineproduktion im Lande sieht UEG-Geschäftsführer Klein dennoch als gut an. Die Verbraucher würden regional erzeugte Lebensmittel immer mehr schätzen. Sie seien bereit, für Qualität auch mehr zu bezahlen.

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