Ferkel bei 30 Kilogramm verkaufen

Um heute in der Landwirtschaft bestehen zu können, ist betriebswirtschaftliches Handeln nötig. Die Frage, was Schweinezüchter von erfolgreichen Betrieben lernen können, war Mittelpunkt der Fachtagung.

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Landwirt Markus Bezelberger aus Wolpertshausen-Hohenberg steht in seinem Schweinestall. Dort ist Platz für 240 Sauen. Foto: Weigert

Michael Asse von der Landesanstalt für Schweinezucht in Boxberg berichtet im vollbesetzten Europasaal in Wolpertshausen über Vergleichsstudien in verschiedenen Ferkelzuchtbetrieben. Die Spanne zwischen Betrieben, die Gewinn beziehungsweise Verlust machen, ist groß.

In erfolgreichen Betrieben werfen die Sauen mehr Ferkel und die Fütterungskosten für die Jungtiere sind geringer als in unwirtschaftlichen Betrieben, so Asse. Viele Ferkelerzeuger könnten mit einem besseren Geburts- und Futtermanagement deutlich höhere Erträge einfahren.

Die in den letzten Jahren stark angestiegenen Getreidepreise seien derzeit das Hauptproblem in der Schweinehaltung, bestätigt Albrecht Förstner aus Kupferzell-Goggenbach am Rande der Tagung. Michael Asse rät den Landwirten, die Sauen nicht zu überfüttern, die Ferkel je nach Alter mit unterschiedlichem Futter zu versorgen, hochwertiges Futter zu geben und eine möglichst effektive Fütterungstechnik einzusetzen.

Auch der Zeitpunkt, zu dem die Ferkel am besten verkauft werden, könne sich auf den Gewinn auswirken. Am wirtschaftlichsten sei es laut dem Schweinezuchtexperten, Ferkel mit einem Gewicht bis 30 Kilogramm abzugeben. "Bei schwereren Tieren deckt der Mehrerlös gerade die höheren Futterkosten", erklärt Tagungsteilnehmer Markus Bezelberger, der in Hohenberg bei Wolpertshausen eine Ferkelzucht betreibt.

Auch in der Schweinemast hat die Fütterung großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Untersuchungen würden zeigen, dass vollautomatisch gefütterte Schweine eine höhere Gewichtszunahmen haben und ihr Futter besser verwerten als Tiere anderer Betriebe, erklärt Asse. Wichtig sei außerdem, je nach dem Alter der Tiere unterschiedliches Futter zu verabreichen. Selbst die Futterstruktur beeinflusse das Wachstum: Futter in Form von Pellets sei Futtermehl und Granulat überlegen. Wirtschaftlich erfolgreicher würden Betriebe arbeiten, die ihre Tiere nur von einem Ferkelerzeuger kaufen, statt von mehreren.

Die über zehn Jahre laufende Studie habe bewiesen, dass es durchaus Schweinehalter gibt, die jedes Jahr Gewinn machen und Rücklagen bilden können. Am wichtigsten für den Landwirt sei, die Zahlen seines Betriebs zu kennen, ist das Fazit des Experten aus Boxberg. "Der Betriebsleiter muss alles im Blick haben. Nur dann kann er erkennen, ob Potenzial für bessere Ergebnisse vorhanden ist", so Asse. Seiner Erfahrung nach sei eine Leistungssteigerung nicht nur mit großen Änderungen, sondern auch mit mehreren kleinen Optimierungen möglich.

Tipps zur Verbesserung der betrieblichen und privaten Situation von Schweinezüchtern gibt die Unternehmensberaterin Renate Spraul. Sie stellt Strategien zur Betriebsführung vor, bei denen auch die Familie des Landwirts nicht zu kurz kommt.

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