Ferienprogramm: Auf Disneys Spuren

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    Lasse ordnet die Objekte auf der Arbeitsfläche neu an, dann löst Maxime (hinten) am Laptop die Kamera aus. Foto: 
  • Kinderferienprogramm "Trickfilm selber machen" Ilshofen 2017, im Atelier von Trickfilmzeichner Jochen Ehmann in Ruppertshofen 2/2
    Kinderferienprogramm "Trickfilm selber machen" Ilshofen 2017, im Atelier von Trickfilmzeichner Jochen Ehmann in Ruppertshofen Foto: 
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Lasse starrt konzentriert auf die grüne Arbeitsfläche. Gerade hat er sein Papier-Männchen darauf ein kleines bisschen verschoben. „Jetzt“, sagt er und Maxim neben ihm drückt auf der Laptoptastatur den Auslöser. Die Kamera, die von oben auf die Arbeitsfläche zeigt, knipst ein Foto. Lasse macht sich wieder an die Arbeit und verschiebt das Männchen ein weiteres Mal.

Am Ende wird ein wenige Sekunden langer Film entstanden sein. Er zeigt einen Mann, der zunächst drei Messern ausweicht, die auf ihn zufliegen – nur um zum Schluss von einem großen Schild erschlagen zu werden, das von oben ins Bild fliegt. „Ein Film von Lasse“ steht darauf, Lasse und Maxim kugeln sich fast vor Lachen, nachdem sie sich das Filmchen zum ersten Mal angesehen haben.

Die beiden und vier andere Jungs im Alter von neun bis zwölf Jahren sind im Rahmen des Kinderferienprogramms der Stadt Ilshofen ins Atelier von Jochen Ehmann nach Ruppertshofen gekommen. Er ist professioneller Trickfilmregisseur. Unter der Woche unterrichtet er sein Metier an der Hochschule Luzern.

Stolze sechs Stunden haben die Buben an ihren eigenen Trickfilmchen gearbeitet, letztlich sind fast zwei Minuten Filmmaterial entstanden. Aufgenommen wurden sie mit der Stop-Motion-Technik. Bei der wird die Anordnung der Objekte von Bild zu Bild minimal verändert. Die Reihe der Bilder wird von einem Computer-Programm schnell abgespielt. Für das menschliche Auge sieht es dann so aus, als würden sich die Objekte im Film bewegen. Es ist ein alter Trick, den schon Walt Disney in ähnlicher Form angewandt hat. „Das Prinzip ist auch bei modernen Trickfilmen dasselbe“, erklärte Jochen Ehmann.

Bis zu den Aufnahmen waren einige Schritte Vorarbeit nötig. Zunächst sollten die Nachwuchsfilmemacher ein Storyboard entwerfen. Vorgabe war, dass die Geschichte von einem Zauberer handeln sollte, der etwas aus seinem Hut zieht. Danach ging es ans Zeichnen und Ausmalen der Objekte, die für die Geschichte benötigt werden – ein Konzentrationsakt. „Das Zeichnen ist echt Arbeit“, sagte Jochen Ehmann. Gut, dass seine Schützlinge sich im Garten am Atelier austoben konnten, wenn die Vorarbeiten zu den Filmen mal zu zäh wurde. An Einfällen mangelte es nicht. „Die Kinder haben Ideen für ganze Epen“, so Jochen Ehmann. Anschließend wurden alle Teile, die sich später bewegen sollten, ausgeschnitten. Das Ganze nahm etwa die Hälfte der Zeit in Anspruch, den Rest verbrachte die Gruppe mit dem Aufnehmen.

Letztlich waren alle Filme kurze Komödien: Mal zog der Zauberer unzählige Gläser aus seinem Hut, die dann alle zerbrachen, mal eine Taube, die sich anschließend auf den Kopf des Magiers erleichterte und einmal sogar eine Stange Dynamit, die in einem großen Knall explodierte. Wem das nicht schon abgefahren genug war, der konnte frei eine eigene Geschichte erfinden. So entstand auch Lasses Messer-­Mann.

Die Jungs haben jetzt ein Gespür dafür, wie viel Arbeit in Trickfilmen steckt. „Ich habe gedacht, dass das höchstens ’ne halbe Stunde dauert“, sagte etwa Lukas. Abgeschreckt hat ihn das nicht, im Gegenteil: „Wenn ich einen Computer habe, lade ich mir auch so ein Programm runter und mache selbst Filme.“

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