Feine Linienführung und Farbexplosionen

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Die Künstlerin Yvonne Strauß vor ihrem Bild „Sog“.  Foto: 

Die Bilder von Yvonne Strauß böten „Momente zum Innehalten, Staunen und Genießen“, sagte Bürgermeisterin Anja Wagemann am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus Wildenstein. „Farbenwelten“ hat die Crailsheimer Künstlerin ihre Ausstellung genannt, aber, so Wagemann, „nicht nur Farben, sondern auch Geradlinigkeit und Vielfalt der Techniken“ seien zu erleben. Dabei verwies die Bürgermeisterin auf die bemalten Eier. „So kennen wir Sie“, fügte sie hinzu. Denn seit dem Jahr 2000 hat Yvonne Strauß einen eigenen Stand beim alljährlichen Fichtenauer Ostereiermarkt im Rathaus. Aus ihrer Heimat – die Künstlerin ist in Oppeln geboren – stammt die oberschlesische Kratztechnik, mit der Muster und Ornamente auf dem bemalten Ei entstehen.

Zwei dieser entsprechend bearbeiteten Eier sind auch in der derzeitigen Ausstellung zu sehen. Andere zeigen Strauß‘ Auseinandersetzung mit dem Jugendstil, unter anderem mit Gustav Klimt. Die dafür notwendige ziselierte Linienführung ist auch etwas, das die Bilder von ihr auszeichnet, gleich, ob es Bleistiftzeichnungen, Acrylgemälde oder Aquarell­arbeiten sind.

Den Bleistift verwendet sie vor allem für Porträts. In der Ausstellung sind dabei bekannte Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe zu sehen. Andere Porträts wie die „Beautiful Women“ zeichnen sich durch Blumen statt Haaren aus. Auf den Köpfen der „Zwillinge“ kommt es zu wahren Farbexplosionen. Die „Vogelfrau“ trägt ein ganzes Nest samt Vogel auf dem Kopf, während die „Pfauenfrau“ das Gefieder als Kopfschmuck nutzt.

Ebenfalls mit Aquarellfarben gearbeitet sind die Blumenbilder dieser Ausstellung. Mit Aquarell habe Yvonne Strauß auch ihre ersten Bilder gemalt, wusste Anja Wagemann zu berichten. Erst dann seien Acrylbilder gefolgt.

Die machen inzwischen einen Großteil des in der Ausstellung zu sehenden Strauß‘schen Werkes aus. Besonders faszinieren die drei „Aura“-Bilder mit einer unglaublich feinen Pinselführung und einer Farbpracht, die an Miniaturgalaxien denken lässt.

In eine ähnliche Richtung geht die Baumkrone des „Sog“-Bildes. Ebenso feingliedrig wie die „Aura“-Linien sind die an Gehirnsynapsen erinnernden auf „Beginn“. Dem stehen flächig gearbeitete Werke in kräftigen Farben gegenüber, darunter „Ferne“, „Aufgewühlt“ oder „Versandet“.

„Viele Neugeborene und einige etwas ältere Kinder“ seien in dieser Ausstellung zu sehen, unterstrich später Ehemann Hans Strauß – nicht ohne den Hinweis, dass seine Frau bei der Fertigstellung eines Bildes von einer Geburt spreche.

Info Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Januar zu den Öffnungszeiten des Rathauses in Wildenstein zu sehen sowie sonntags am 5. und 19. November, 10. Dezember und 7. Januar jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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