FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Friedrich Bullinger wird 60 Jahre alt

Mit seinem Wissen könnte er locker einen Gutshof leiten. Dr. Friedrich Bullinger entschied sich aber für das steinige Feld der Politik, das er seit 2006 als FPD-Landtagsabgeordneter beackert. Am Donnerstag wird er 60.

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Der Liberale Dr. Friedrich Bullinger im Garten seines Hauses in Reubach: "Politik darfst du nur machen, wenn du die Menschen magst." Foto: Harald Zigan

Nach den klassischen Gesetzen des hohenlohischen Bauernstandes lag 1953 in der Wiege auf einem Bauernhof in Wittighausen bei Untermünkheim schon der künftige Hofnachfolger. Der älteste Sohn richtete seinen Lebensweg danach aus: landwirtschaftliche Lehre, Studium der Rechts- und Agrarwissenschaften und als Krönung dann noch der Doktortitel für den künftigen Landwirt.

Als aber der jüngere Bruder den starken Wunsch nach einer Hofübernahme verspürte, änderte Fritz Bullinger seinen Kurs: "Ich machte den Weg ohne Hadern frei - unsere Familie hat einen starken Zusammenhalt."

Politisch geprägt durch seinen liberalen Großvater, legte sich Friedrich Bullinger 1976 das Parteibuch der FDP zu: "Genscher war für mich auch ein Vorbild - und ich wollte mehr als nur alle vier Jahre ein Kreuzchen machen."

Mitten im Examen 1980 in Göttingen erreichte den Studenten ein Anruf des legendären FDP-Urgesteins Hermann Müller aus Hall: "Keine Angst, du wirst als Kandidat nichts bei der Bundestagswahl, wir brauchen aber deinen guten Namen auf dem Stimmzettel", knurrte der einstige Haller Landrat und Finanzminister in den Hörer.

Fritz Bullinger lehnte dankend ab - und empfahl stattdessen einen langhaarigen Junglehrer aus Schwäbisch Hall, den er nur vom Hörensagen kannte: Dr. Walter Döring. Das war der Beginn einer Freundschaft, die in den nächsten Jahrzehnten alle glanzvollen Höhen und bitteren Tiefen der baden-württembergischen FDP überstand - auch den jähen Rücktritt des Wirtschaftsministers Döring im Jahr 2004 nach einer turbulenten Parteispenden-Affäre.

Mit den Wahlerfolgen der FDP kletterte Dr. Friedrich Bullinger, der einige Jahre als Berater im Landwirtschaftsamt in Rothenburg gearbeitet hatte, auf der Karriereleiter nach oben: Zuerst von 1988 bis 1996 als parlamentarischer Berater der FDP-Fraktion, dann von 1996 bis 1998 in der Zentralstelle des Wirtschaftsministeriums, von 2000 bis 2003 als Präsident des Landesgewerbeamtes und von 2004 bis 2006 als einflussreicher Amtschef des Wirtschaftsministeriums.

Seit 2006 vertritt Friedrich Bullinger als gut vernetzter FDP-Landtagsabgeordneter die Farben von Hohenlohe in Stuttgart. Auch wenn er unlängst die Posten des Vize-Fraktionschefs und des parlamentarischen Geschäftsführers in jüngere Hände legte, will er sich noch längst nicht aufs Altenteil zurückziehen: "Auch bei der nächsten Landtagswahl muss mit mir gerechnet werden."

Um die Zukunft von Hohenlohe ist dem FPD-Politiker, der seit 1989 auch im Gemeinderat von Rot am See und seit 1999 im Kreistag sitzt und dem selbst politische Gegner enormen Fleiß und profundes Fachwissen bescheinigen, absolut nicht bang - sofern sich in der Landespolitik "nicht die gegenwärtige Tendenz verstärkt, Gelder eher in die urbanen Zentren zu leiten und für den ländlichen Raum nur Krümel übrig zu lassen".

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