Fast 400 betagte Schlepper tuckern heuer zum Bartholomämarkt in Beimbach

Der Beimbacher Bartholomämarkt hat sich in den letzten Jahren zu einem Paradies für Freunde historischer Landmaschinen entwickelt. 392 Oldtimer-Schlepper fanden sich heuer auf der Festwiese ein.

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Der Bartholomämarkt in Beimbach entwickelt sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Treffpunkt für Schlepper-Fans aus der gesamten Region.  Foto: 

Zum 15. Schleppertreffen kamen etliche Clubs und Vereine, die sich der Pflege der historischen Dieselrösser verschrieben haben, schon am Freitagabend mit Wohnwägen und Holzhütten auf Rädern im Schlepptau auf den Festplatz getuckert, um an dessen Rändern ihre Wagenburgen zu errichten.

Die meisten Schnauferl-Freunde rückten am Samstagmorgen aus allen Himmelsrichtungen an, oft auch im fröhlichen Konvoi, wie die vier Oldtimerfreunde aus Rückershagen mit Erika Keller auf ihrem D214 Cormick von 1959 vorneweg. Angehängt hatte sie einen alten hölzernen Gummiwagen mit einem Original-"Saigreewe" darauf, der allerdings keine "Faggeli" mehr enthielt, sondern die endverarbeitete Version derselben: feinste italienische Salami mit Oliven und Rotwein, womit die Bulldogfahrerin ihre Freunde vom Stammtisch im Hirschen in Amlishagen verwöhnte, die als "Fanclub" angeradelt waren.

Ordentlich in Reih und Glied präsentierte sich die bunte Vielfalt der Traktorveteranen auf der großen Festwiese und bot dem fachlich recht versierten Publikum viel Gesprächsstoff.

Unübersehbar und unüberhörbar

Besondere Attraktionen waren knatternde und fauchende Ungetüme wie der Lanz Bulldog HR5 aus dem Jahr 1932, dessen Schwungrad sein stolzer Besitzer Martin Marquardt aus Buch mit dem umgesteckten Lenkrad in Bewegung setzte. Damit wurde der Zweitakter-Motor zum Leben erweckt, was nicht nur weithin hörbar, sondern durch die in den Himmel geblasenen großen schwarzen Auspuffringe auch unübersehbar war.

Musik in den Ohren der Oldtimerfreunde war dann der Auftakt zur Dorfrundfahrt am Samstagnachmittag, bei der die Bulldogs mit viel Applaus vom unerschrocken im Regen ausharrenden Publikum bedacht wurden.

Viele der Oldtimer-Traktoristen hatten auch historische Landmaschinen dabei. Mit Mähbinder und einer historischen Getreide-Putzmaschine war Manfred Philipp mit seinen Freunden von der "Interessengemeinschaft der Freunde historischer Landmaschinen in Hohenlohe" angerückt. Der Tüftler Hermann Frey trieb mit seinem robusten Universalmotor mit Verdampfungskühler den historischen Federhammer an, den Thorsten Scholz jüngst aus einer alten Schmiede vor dem Wegwerfen gerettet hat. Und Dorfbewohner aus Heroldhausen führten eine von Horst Schlumberger fachmännisch restaurierte Strohbändermaschine vor.

Historische Landtechnik für die Handarbeit hatte Luise Wirsching aus Spielbach mitgebracht. Die Erhaltung und das Wissen um frühere landwirtschaftliche Gerätschaften ist der Bäuerin ein Herzensanliegen. Wer kennt heute schon noch einen Distelstupfer oder ein Rinnenschäufele?

Fast so alt wie der Markt ist eine Glocke in der Bartholomäuskirche, die vor genau 500 Jahren in Heilbronn gegossen wurde. Zu diesem Jubiläum wurden Führungen durch das Beimbacher Gotteshaus angeboten - bis hoch hinauf in den Glockenstuhl.

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