Fast 37 Grad im Juli - Nächste Hitzewelle rollt an

Hoch Zlatka sorgt für eine Südströmung und lässt am Samstag Rekorde purzeln: Erstmals seit seinen Wetteraufzeichnungen misst der Westheimer Martin Melber in einem Juli 36,9 Grad. Es folgt eine Tropennacht.

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Während der Wald bei Sulzdorf noch frischgrün herüberschaut, zieht der Traktor am Samstag beim Fräsen eine große Staubwolke hinter sich her.  Foto: 

Wettermelder Martin Melber hat in seiner privaten Wetterstation in Westheim gerade viel zu protokollieren. Fast täglich gibt es Besonderheiten zu vermelden. Doch das Gespräch gestern Abend begann mit einem Blick in die Ferne: "In Tübingen und Reutlingen sind gerade stellenweise tennisball-große Hagelkörner vom Himmel gefallen. Da hatten wir noch Glück", sagte Melber.

Er hat am Samstag in Westheim eine Höchsttemperatur von 36,9 Grad gemessen. Dies bedeutet einen neuen Rekord für den Monat Juli. Bisher lag dieser bei 36,0 Grad und stammte vom 20. Juli 1998. Der absolute Temperaturrekord für alle Monate von 38,2 Grad - er wurde am 13. August 2003 gemessen - wurde knapp verfehlt. Den schaffte auch Freiburg im Breisgau am Samstag mit 37,8 Grad als Spitzenreiter im Ländle nicht. Ganz so warm wie vorhergesagt war es am gestrigen Sonntag, an dem das Thermometer maximal 31,9 Grad anzeigte, nicht.

Dafür gab es am Wochenende in der Nacht auf Sonntag erstmals in einem Juli eine Tropennacht. "Die Tiefsttemperatur lag bei 20.3 Grad. Selbst im Jahrhundert-Sommer 2003 war das nie der Fall", erinnert sich Melber. "So eine Nacht gab es bisher nur in einem September." Besonders interessant: Dieser Wert wurde erreicht, obwohl es am Samstagabend ein Gewitter und eine leichte Abkühlung gegeben hatte. Auch gestern gab es bis um 20 Uhr sechs Liter Regen pro Quadratmeter.

Melber spielt mit dem Alphabet: "Die Hitze brachte uns das Hoch Zlatka, davor war Jasmine für das Sommerwetter verantwortlich. Als nächstes geht es wieder mit A los, dann kommt Antonia. Das Tief, das im Moment über dem Atlantik liegt und mit seiner Südströmung subtropische Luft bringt, heißt Andreas." Wie abwechslungsreich dabei das Wetter im Jahr 2013 ist, erkennt man am vierten Durchlauf der Tiefdruck-Namen. Bei den Hochs gibt es erst den zweiten Durchlauf.

Bei der Feuchtigkeit im Boden sieht es nach Melbers Beobachtung lokal sehr unterschiedlich aus. In den vergangenen fünf Tagen hat es in Rosengarten 40 Liter pro Quadratmeter geregnet. Damit bleibt der Juli insgesamt zu trocken.

Melber sieht weiterhin sommerliche Aussichten. Heute erwartet er einen "Durchschnauf-Tag" mit 19 bis 24 Grad und es soll immer wieder regnen. Am Dienstag dürfte es eine Wetterbesserung mit Temperaturen über 25 Grad Grad geben. Am Mittwoch und Donnerstag nimmt dann eine neue Hitzewelle ihren Anlauf. "Es wird am Freitag und Samstag viel Sonne mit vermutlich bis zu 35 Grad geben." Die Südströmung soll erneut für sonniges und heißes Wetter sorgen, eventuell wird es schwül. Für das Wochenende könnten wieder kräftige Gewitter anstehen. "Aber wir können uns freuen, denn es herrscht Bade- und Erntewetter. Das ist erfreulich für die daheimgebliebenen Schulkinder und ihre Eltern", so Melber.

Der Juli wird wohl aber nicht als Rekordmonat in die Annalen eingehen. Im 2006 - während der Fußball-Weltmeisterschaft - hatte es 29 Sommertage mit 25 Grad und mehr gegeben. 2013 brachte es bisher auf 24 Juli-Sommertage, zehn davon mit über 30 Grad. Aber die Gewitter haben auch ihr Gutes. Die Waldbrandgefahr dürfte zumindest vorerst gebannt sein.

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