Falsch kalkuliert

Dass ein Ingenieurbüro die Kosten für eine Baumaßnahme niedriger ansetzt als das günstigste Auftragsangebot lautet, kommt selten vor. In Vellberg ist das passiert. Doch der Stadt entsteht daraus kein Schaden.

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Die Fahrbahn der Schlossgartenstraße in Vellberg ist desolat, sie muss saniert werden. Foto: Stadtverwaltung

Das niedrigste Angebot für die Sanierung liegt 133574 Euro über den geplanten Kosten von 550260 Euro. Bauingenieur Joachim Zorn von der Firma Stadtlandingenieure, Ellwangen, hatte in der letzten Gemeinderatssitzung die Aufgabe, den Räten diese Diskrepanz zu erklären. Auch ihn habe die Kostensteigerung gegenüber der Planung überrascht, gesteht er. Ursache seien Teuerungen der Wasserleitungen und des Asphalts, dessen Preis 2012 stark gestiegen sei. "Wir hätten das am Ende des Jahres in unsere Kalkulation einrechnen müssen", gibt er zu.

Die Finanzierung des höheren Betrags ist laut Kämmerer Oliver Taubald gesichert. Die Rücklagen der Stadt seien höher als bei der Planung des Haushalts 2013 erwartet. Die Mehrkosten aus den Rücklagen zu begleichen, beeinträchtige deshalb den Haushalt nicht. Da die Stadt den Zuschussrahmen schon mit der niedrigeren Summe voll ausgeschöpft hat, entgehen ihr durch den Kalkulationsfehler keine Fördermittel. Auch die Honorare für das Ingenieurbüro bleiben unverändert. Gemeinderat Reinhold Keller äußert seine Anerkennung, dass Zorn den Fehler eingestanden hat. Gleichzeitig findet er es aber ärgerlich, dass jetzt die Finanzierung nur aus den Rücklagen möglich ist. Er fragt, ob die Stadt die Ausschreibung stornieren könne. Das könne unter anderem dazu führen, dass der Zuschuss verfällt, wenn die Bauarbeiten nicht binnen eines Jahres nach Bewilligung des Geldes anfangen, warnt Taubald. Bürgermeisterin Ute Zoll befürwortet, den Bauauftrag an den günstigsten Anbieter, die Firma Georg Eichele aus Abtsgmünd, zu vergeben. Auch sie rechne es Zorn hoch an, den Fehler zugegeben zu haben. "Aber es hat uns keinen Schaden gebracht, und wir haben kein Finanzierungsproblem." Die Mehrheit des Gemeinderats schließt sich dem an, vier Räte stimmen dagegen.

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