Fachtagung in Wolpertshausen greift aktuelle Fragen zur Schweinehaltung auf

Bei einer Tagung zur Schweinehaltung in Wolpertshausen gings um Futter, Stallklima und Antibiotika. Geladen hatten der Verein zur Förderung der Landwirtschaft im Raum Hall und das Landwirtschaftsamt.

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Willi Pflanz von der Landesanstalt für Schweinezucht am Boxberg stellte im gut gefüllten Europasaal in Wolpertshausen Untersuchungsergebnisse vor. Sein Thema war die Wirtschaftlichkeit von Kühlsystemen im Schweinestall. Die Borstentiere, die sich in der Natur bei Hitze zum Abkühlen im Schlamm suhlen, haben nur eine geringe Wärmetoleranz. Wärme können sie nur über die Atemluft abgeben. Beim Neubau konventioneller, geschlossener Ställe ist die Belüftung über einen wasserführenden Schacht, der unter dem Spaltenboden verläuft, kostengünstig und wirksam. Frei belüftete Ställe, wie sie heute vermehrt gebaut werden, haben einen Vorteil: Sie kühlen nachts stärker aus. Die Tiere können bei Hitze über gelochte Schläuche mit kühlem Wasser bespritzt werden, weil der Boden anders als im geschlossenen Stall schnell trocknet.

Falko Bortt vom Beratungsdienst Schwein Öhringen zeigte den Zusammenhang zwischen Fütterung von Rohfasern und Darmgesundheit auf. Futter mit einem ausreichenden Rohfaseranteil verkürzt die Verweildauer des Futters im Darm. So scheidet das Tier Giftstoffe schneller aus. Gleichzeitig stabilisiert sich die Darmflora und es kommt seltener zu Infektionen. Durch das Aufquellen der Rohfaser sind die Schweine besser gesättigt und fühlen sich wohler. Die Folge: Im Stall ist es ruhiger. Bortt stellte verschiedene Rohfaserstoffe wie Kleie, Apfeltrester, Sojaschale und Lignocellulose im Vergleich vor.

Ernst Lohner, Tierarzt beim Schweinegesundheitsdienst Baden-Württemberg, sprach über den Antibiotikaeinsatz bei Schweinen und wie er minimiert werden kann. Viele Krankheitserreger seien bereits gegen die geläufigen Antibiotika resistent. Lohner forderte deshalb, bei der Zuchtauswahl stärker auf die Tiergesundheit zu achten.

In Bezug auf die gesellschaftliche Debatte über Tierhaltung und Tierwohl wies er darauf hin, dass die Landwirte im gesetzlichen Rahmen agierten. Doch die Öffentlichkeit werte jede kleine Abweichung als Überschreitung, obwohl der Landwirt sich immer noch im Rahmen bewege. Diesen Gedanke fand Roland Schmidt, Schweinehalter aus Hilgartshausen bei Rot am See, interessant. In der Landwirtschaft gebe es viele veränderliche Faktoren. Es sei deshalb nicht immer möglich, "dass ich genau in der Mitte (des gesetzlichen Rahmens) stehe", meinte er gegenüber dem HT.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab Peter Spandau von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Tipps zur Betriebsentwicklung. Schweinehalter befinden sich seiner Meinung nach in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite seien derzeit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht schlecht: Die Nachfrage auf dem Weltmarkt nach dem Produkt bestehe, deshalb sehe er eine positive Tendenz bei der Preisentwicklung. Auf der anderen Seite erschweren gesetzliche Vorschriften etwa zum Stallbau, die Haltung. Zusätzlich würden die Landwirte wegen der Betriebsgrößen und der Art der Tierhaltung von der Gesellschaft in eine negative Ecke gedrückt.

Er zeigte den Landwirten Möglichkeiten auf, wie sie ihren Betrieb vergrößern können, aber noch unterhalb der Grenze bleiben, ab der das Bundesimmissionsschutzgesetz gilt. Ab einer bestimmten Anzahl von Tieren müssen Schweinehaltungsbetriebe Auflagen erfüllen, um die Umwelt vor Luftverschmutzungen zu schützen.

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