Exoten im Gewerbezelt: Ilshofener Restaurator ist erstmals auf der Muswiese

Der Ilshofener Restaurator Volker Immel hat einen Stand auf der Muswiese. Dort will er sein 20-jähriges Betriebsbestehen feiern. Doch derzeit steckt er noch mitten in den Vorbereitungen für sein Engagement.

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Letzte Vorbereitungen vor der Muswiese: Volker Immel stellt an der Fräse seine Giveaways, seine kleinen Werbegeschenke, selber her.  Foto: 

"Ich freue mich auf die Muswiese", sagt Volker Immel, "denn der Stress ist vorher." Der Stand muss aufgebaut, die Giveaways - kleine Werbegeschenke - müssen gesägt werden. Denn die macht der gelernte Schreiner natürlich selbst. Kleine Holzschlepper sind es unter anderem. "Das passt zur Muswiese", sagt Immel. "Wir haben auf unserem Stand einen Kindertisch. Dort können die Kinder die Holzfiguren glatt schmirgeln und mitnehmen."

"Die Muswiese ist toll", sagt der staatlich geprüfte Restaurator, der "durch Glück und Zufall" vor zwei Jahren ein Plätzchen im Gewerbezelt der Muswiese ergattert hat. Der Ilshofener genießt jeden Tag in Musdorf. "Die Leute sind offen, gut gelaunt und entspannt. Es ergeben sich viele gute Gespräche", sagt er.

Was Immel am Stand zeigen wird, weiß er schon. "Zum Beispiel, wie man alte Fußböden bearbeitet." Natürlich sind auch ein paar Antiquitäten zu sehen. Ein kleines Biedermeier-Tischchen etwa mit den typischen, aber seltenen Lyra-Füßen. Immel hat es auf einem Flohmarkt entdeckt und will bis Samstag noch den Lack aufpolieren.

Doch was sucht Kirschbaumfurnier zwischen Riesenschleppern, Socken und Kartoffelschälern? Passt das? "Klar sind wir die Exoten im Gewerbezelt", sagt Immel. "Aber ich finde, wir passen sehr gut auf die Muswiese." Das liege vor allem an den Besuchern. Denn es kommen "bodenständige Leute, die nachhaltig denken", sagt Immel. Das sei ganz anders als auf den Messen etwa in Stuttgart. Auf die Muswiese kämen Menschen, die eine Sache nicht nur nach dem Geldwert beurteilen. Die Omas Küchenschrank nicht entsorgen, nur weil er gammelig und objektiv "wertlos" ist. Hier schlägt vielmehr die Stunde des Restaurators: Immel steckt sein Ozon-Gerät in den Schrank, um Muff und Schimmel herauszutreiben. Er poliert die Oberflächen und leimt den wackeligen Fuß wieder an.

Später schaut der Schrank aus - nein, nicht wie neu. "Die Spuren der Zeit kann und soll man nicht löschen", sagt Immel. "Die erzählen ja die Geschichten." Aber Omas Schrank ist wieder schön, und die Schublade klemmt nicht mehr.

Auf der Muswiese will der Restaurator heuer das 20. Betriebsjubiläum feiern. "Das ist schon was Besonderes", sagt Immel nicht ohne Stolz. "Als Restaurator muss man es erst mal so lange schaffen." Das sei in den vergangenen Jahren nicht immer leicht gewesen. Gleichwohl habe er in den vergangenen Jahren eine Reihe von Restauratoren ausgebildet, habe Mitarbeiter eingestellt. Eine neue, ganz junge Mitarbeiterin ist mittlerweile dazugekommen: "Luisa Immel, Standaufsicht" steht auf dem Namensschild von Immels fünfjähriger Tochter. Denn dass die in Musdorf mit von der Partie ist, "das versteht sich doch von selbst".

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