Erich-Kästner-Schule Blaufelden besitzt einen eigenen Schulzirkus

Die familiäre Atmosphäre der Erich-Kästner-Schule in Blaufelden ist sofort spürbar: Drei übersichtliche Klassen mit sechs bis zwölf Schülern, ein vertrauter Umgangston und ein behüteter Raum.

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"Wir sind dafür ausgebildet und haben die Strukturen, Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten ein differenziertes Förderangebot zu bieten", erklärt Schulleiter Klaus Hahnle. Die Erich-Kästner-Schule (EKS) ist einerseits Schonraum für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsverzögerung. Andererseits öffnet sie sich bereits seit vielen Jahren für unterschiedliche Kooperationen. "Wir brauchen die Vielfalt der verschiedenen Angebote", sagt Klaus Hahnle: "Es ist normal, verschieden zu sein."

Erstaunliche Fähigkeiten durch jahrelanges Training

Im übertragenen Sinn ist das Schulzentrum in Blaufelden ein Schulhaus mit zwei Klingelschildern. Das eine Schild gehört der Erich-Kästner-Schule. Das andere dem Schulverbund aus Grundschule, Werkrealschule und Realschule. "Wir sind miteinander unterwegs und wollen künftig noch enger zusammenarbeiten", erklärt der neue Rektor der Förderschule. Schon lange bevor Fachleute von Inklusion sprachen, gab es am Schulzentrum Blaufelden gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf, gemeinsame Feste und Theaterfahrten und den alltäglichen Kontakt auf dem Schulhof oder im Schulgebäude, in dem die Schulen - aus Brandschutzgründen - nur durch eine Glastür getrennt sind. Ein Förderschüler macht gerade zusammen mit den Viertklässlern die Fahrradprüfung und im Gegenzug besuchen die Grundschüler den Zirkusunterricht an der EKS. Der Schulzirkus "Das fliegende Klassenzimmer" ist das Aushängeschild. Es gibt ihn bereits seit 25 Jahren an der Erich-Kästner-Schule. In den BSS-Stunden (Bewegung, Spiel, Sport) bekommen alle Förderschüler Zirkusunterricht. Die älteren Schüler haben durch jahrelanges Training erstaunliche Fähigkeiten in artistischen Disziplinen entwickelt.

"Bei öffentlichen Auftritten sorgt unser Schulzirkus immer wieder für Furore und begeistert die Zuschauer", berichtet Sonderschullehrerin Rita Anklam, die die Zirkusnummern mit den Kindern und Jugendlichen einübt. "Das Selbstbewusstsein, das unsere Schüler durch den Zirkus erlangen, überträgt sich auch auf andere Bereiche." Der EKS sind eine Frühberatungsstelle und ein sonderpädagogischer Dienst angegliedert. Außerdem befindet sich hier der LRS-Förderstandort. Die Diagnose "Lese-Rechtschreib-Schwäche" kann hier gestellt und eine schulische Einzelförderung durchgeführt werden. Kinder, die schon schulpflichtig, aber noch nicht reif sind für die Grundschule, werden in der offenen Eingangsklasse ein Jahr lang gezielt gefördert. Anschließend können sie meistens in die erste Klasse der Regelschule eingeschult werden.

"Wir verstehen uns als Schule auf Zeit", sagt Klaus Hahnle. "Wann immer es möglich ist, versuchen wir unsere Schüler in die Regelschule zurückzuschulen."

Wer an der Erich-Kästner-Schule in Blaufelden seinen Förderschulabschluss macht, kann anschließend den Weg der beruflichen Bildung einschlagen und einen Hauptschulabschluss machen. "Viele unserer Absolventen gehen nach der Schulzeit in die Lehre. Einzelne haben später sogar ihren Meister gemacht", so Hahnle.

Besonders gut klappt der Übergang von der Schule in den Beruf, wenn sich Jobanwärter und Arbeitgeber schon vorab kennenlernen können.

Die Berufspraktika in Klasse 9 sind für viele Schüler ein Sprungbrett in die Ausbildung. Auch die Projekte mit außerschulischen Partnern helfen dabei, Verbindungen zu knüpfen. So unterstützten die Schüler der Hauptstufe 2 einen ortsansässigen Malerbetrieb jüngst beim Streichen ihres Klassenzimmers.



Die Förderschule wurde 1968 gegründet. Seit den 1980er-Jahren ist sie im Schulzentrum Blaufelden angesiedelt. Die 31 Schüler aus Blaufelden, Gerabronn, Langenburg und Schrozberg werden von sieben Sonderschullehrern, einer Grund- und Hauptschullehrerin und einem Pfarrer unterrichtet. Für die Schüler der Hauptstufe (Klasse 5 bis 9) findet dienstags zusätzlich zu den regulären Unterrichtszeiten (von 7.45 bis 12 Uhr) Nachmittagsunterricht statt. An diesem Tag gibt es ein im Haus gekochtes Mittagessen für die Schüler.

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