Erfolg mit Handwerkskunst

Die Geifertshofener Käserei ist mit dem Agrarkulturpreis ausgezeichnet worden. "Die 1000 Euro Preisgeld können wir gut für unseren neuen Reifekeller gebrauchen", so Geschäftsführerin Margarete Schmidt.

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  • Mit einem Käsebohrer nimmt Chefin Margarete Schmidt Proben aus einem Käselaib. Matthias Rodemich, der Leiter der Käsereifung, hält den "Imberger" fest. Foto: Marc Weigert 1/2
    Mit einem Käsebohrer nimmt Chefin Margarete Schmidt Proben aus einem Käselaib. Matthias Rodemich, der Leiter der Käsereifung, hält den "Imberger" fest. Foto: Marc Weigert
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Die Diplom-Agraringenieurin hat den handwerklichen Betrieb 1998 gemeinsam mit Hubert Wall gegründet. Über Jahre hatten sie sich mit dem Thema beschäftigt und Schweizer Käsereien angeschaut, denn ihnen schwebte ein Käse mit Naturrinde, wie er für die Schweiz typisch ist, vor. Deshalb haben sie sich auch einen Käsemeister von dort geholt.

Verarbeitet wird ausschließlich Heumilch von Biobauern aus der Region. "Im Sommer fressen die Kühe frisches Gras auf der Weide, im Winter bekommen sie nur Heu, keine Silage. Das ist für die Bauern viel aufwändiger", erklärt die gebürtige Rheinländerin. Deshalb zahlt die Dorfkäserei ihnen auch einen Preis, der sich an den Kosten der Bauern orientiert. "Reine Gewinnmaximierung war nie unser Ziel", stellt Schmidt klar.

Angefangen hat die Käserei in Geifertshofen mit 1500 Litern Milch, die täglich verarbeitet wurden. Inzwischen wird alle zwei Tage mit 9000 bis 13000 Litern Milch gekäst. Als Naturprodukt unterliegt der Käse jahreszeitlichen Schwankungen. Je nach Zusammensetzung der Milch entwickelt sich der Geschmack etwas anders. "Das ist aber ein Qualitätsmerkmal", betont Schmidt, die eineinhalb Jahre lang selbst gekäst hat.

Regelmäßig veranstaltet sie für Einzelhändler eine Hausmesse. Seit Jahren tritt das Unternehmen auf der Bio-Fach, der weltweit größten Messe für Bioprodukte in Nürnberg, und weiteren Fachmessen auf, um mit Händlern in Kontakt zu kommen. "Unser Vertriebsleiter ist auch oft in Berlin, weil es dort viele Käsegroßhändler und Veranstaltungen gibt", berichtet die Fachfrau. Wichtig ist ihr, bei der Vermarktung breit aufgestellt zu sein.

Etwa die Hälfte der jährlichen Produktion von rund 180000 Kilogramm Käse geht in den konventionellen Handel, zum Teil über Großhändler, aber auch über Einzelhändler, wie Metzgereien, Feinkostgeschäfte und Marktstände. Die andere Hälfte geht in den Biohandel. Stolz ist die Unternehmerin, dass der Geifertshofener Käse auch in der gehobenen Gastronomie gut ankommt. Eigene Hofläden betreibt die Käserei in Geifertshofen, in der Stuttgarter Markthalle und in Eisenach.

2011 hat die Käserei einen Gewölbekeller außerhalb des Ortes bauen lassen, wo die Käselaibe über Monate bei 15 Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit reifen. "In Geifertshofen war kein Platz mehr, deshalb haben wir auch Verpackung und Versand dort hinaus verlegt", erklärt Schmidt. Großes Wachstum sei aber nicht geplant. "Vielleicht kommen noch ein oder zwei Milchbauern dazu, aber nur, wenn die Vermarktung sicher ist. Wir wollen auf alle Fälle ein Handwerksbetrieb bleiben", betont sie. Ideen für neue Käsesorten hat ihr Käsemeister viele. Mit einer neuen Kreation, dem Kaffeekäse, hat er 2012 einen Innovationspreis gewonnen.

Für die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall ist die Dorfkäserei ein würdiger Preisträger des Agrarkulturpreises. Sie trage dazu bei, "dass kleinere Familienbetriebe erhalten bleiben und die bäuerlichen Höfe auch weiter wachsen können", heißt es in der Laudatio.

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