Energie-Initiative Kirchberg präsentiert ihre Arbeit auf einer Jubiläumsveranstaltung

Seit 20 Jahren engagiert sich die Energie-Initiative Kirchberg erfolgreich für den Einsatz erneuerbarer Energien in der Region. Morgen Abend feiert sie im Energiezentrum Wolpertshausen Jubiläum.

|
Vorherige Inhalte
  • Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Ökostromversorgung mit 40 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt. Archivfoto: dpa 1/2
    Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Ökostromversorgung mit 40 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt. Archivfoto: dpa
  • Wie alles begann: Auf dem Dach von Gründungsmitglied Werner Schüpf (rechts) hat die Energie-Initiative um Gerhard Kreutz die ersten Solarkollektoren installiert. 2/2
    Wie alles begann: Auf dem Dach von Gründungsmitglied Werner Schüpf (rechts) hat die Energie-Initiative um Gerhard Kreutz die ersten Solarkollektoren installiert. Foto: 
Nächste Inhalte

Als Interessengemeinschaft zur Förderung der Nutzung von Solaranlagen hätten sie sich Anfang der 1990er-Jahre im privaten Rahmen beraten und unterstützt, berichtet Gerhard Kreutz, dessen Name aufs Engste mit der Initiative verbunden ist. Um die Pionierarbeit bei den erneuerbaren Energien auf eine solide Basis zu stellen, gründete der inzwischen pensionierte Lehrer im Januar 1994 mit sechs weiteren Mitstreitern den Verein Energie-Initiative Kirchberg, dem er bis heute vorsteht. Informations- und Öffentlichkeitsarbeit stand im Mittelpunkt der Vereinsarbeit, "denn damals war die Materiallage noch sehr dürftig", erzählt Kreutz.

Ein entscheidender Beitrag zur Energiewende in der Region sei gleich im Gründungsjahr der erfolgreiche Antrag einer kostendeckenden Einspeisevergütung bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall gewesen, berichtet Gerhard Kreutz nicht ohne Stolz. Die Stadtwerke waren die ersten in Baden-Württemberg, die das Programm einer festen Einspeisevergütung für Ökostrom umsetzten.

Damit war ein Vorläufermodell der heutigen Umlage geschaffen, das trotz der hohen Investitionskosten Anreize schaffte, den Bau von Fotovoltaik-, Windkraft- und Biogas-Anlagen voranzutreiben. Der Energie-Initiative gelang es, durch starke Nachfrage eine Massenproduktion anzuregen und damit die Investitionskosten von 1994 bis heute auf fast ein Zehntel zu reduzieren, führt Kreutz aus.

Einen weiteren politischen Erfolg bildete im Jahr 2006 der einstimmige Beschluss des Kreistags, die Energieversorgung im Landkreis bis spätestens 2050 auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Seitdem wurden auf Landkreisebene auch diverse Energie-Initiativen gegründet. Zudem zeigt ein jährlich fortgeschriebener Energieatlas die Fortschritte in der Ökostromversorgung auf. Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt sie mit einem Anteil von mittlerweile 40 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit 28 Prozent.

Auch das Filmprojekt "Change! Ein deutsches Energiemärchen" ist maßgeblich auf die Arbeit des rund 50 Mitglieder großen Vereins zurückzuführen. Die Dreharbeiten zum Film, der sich mit der Energiewende in Deutschland beschäftigt, haben im September begonnen.

Zwei Dinge waren Gerhard Kreutz, dem Kirchberger Pionier der Energiewende, von Anfang an wichtig: einerseits politische Unabhängigkeit, weshalb er keiner Partei angehört, und andererseits der Blick und die Vernetzung über die Region hinaus. Erfahrungen sammelte er als langjähriger Sprecher der Landesinitiative für erneuerbare Energien und als Beirat im Vorstand der bundesweiten Vereinigung Regiosolar.

Seine bundesweite Netzwerkarbeit verschafft Kreutz Kontakte zu den profiliertesten Kennern der Energieszene. Einer davon ist Hans-Josef Fell, der langjährige energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag und Mit-Urheber des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aus dem Jahr 2000. Zudem ist Fell Präsident der Energy-Watch-Group in Berlin und Autor des Buches "Globale Abkühlung". Auf der heutigen Veranstaltung hält er den Festvortrag zum Thema "Energiekrise und erneuerbare Energien".

Jubiläumsprogramm

Bei der Jubiläumsveranstaltung morgen um 19.30 Uhr im Europasaal in Wolpertshausen spricht Bürgermeister Jürgen Silberzahn (Wolpertshausen) ein Grußwort. Danach berichtet Heinz Kastenholz vom Energie-Zentrum Wolpertshausen über den aktuellen Projektstand zu "100 Prozent erneuerbare Energien im Landkreis Schwäbisch Hall". "Energiekrise und erneuerbare Energien" - so lautet das Thema des Festvortrags. Zudem blicken die Verantwortlichen auf "20 Jahre Energie-Initiative Kirchberg" zurück. In der Pause ist Gelegenheit zur Besichtigung einer Plakat-Ausstellung, die neben der Arbeit der Energie-Initiative unter anderem auch das Filmprojekt "Change! Ein deutsches Energiemärchen" zum Thema hat.

HV

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Klares Votum gegen Pferdestall im Ort

Geheime Abstimmung des Langenburger Gremiums sorgt für klare Verhältnisse in Atzenrod. Es bleibt die grundsätzliche Frage: Wann ist ein Dorf ein Dorf? weiter lesen