Eltern sollen mitzahlen

Bürgermeister und Gemeinderäte halten die Schulsozialarbeit für unverzichtbar. Deshalb wird sie an der Helmut-Rau-Schule gestärkt und unbefristet fortgesetzt. Räte wollen die Eltern an den Kosten beteiligen.

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"Warum muss die Schulsozialarbeit für die Eltern umsonst sein, warum muss die Gemeinde alles zu hundert Prozent bezahlen?" CDU-Stadtrat Werner Brosi stellte diese Fragen in der jüngsten Sitzung des Mainhardter Gemeinderates. Schulsozialarbeit sei wichtig, betonte Brosi, doch sollten an ihrer Finanzierung auch die Eltern beteiligt werden. "Darüber müssen wir nachdenken und ergebnisoffen diskutieren", sprang Walter Mack seinem Fraktionskollegen zur Seite. Ein "kleiner Obolus" der Eltern könne "eine Wertschätzung der Schulsozialarbeit sein".

Müssten sich die Eltern finanziell an der Schulsozialarbeit beteiligen, dann müsse die Gemeinde auch "ganz genau" auf die Qualität der Nachmittagsbetreuung achten, sagte Katja Kopf (Unabhängige Wählervereinigung): "Dann müssen unsere Hausaufgaben tip-top gemacht werden." Die Kostenbeteiligung der Eltern, kündigte Bürgermeister Damian Komor an, werde die Gemeinde mit dem Thema der Schulentwicklung koppeln.

Schon jetzt entschieden hat der Gemeinderat, dass an der Helmut-Rau-Schule die Schulsozialarbeit unbefristet fortgesetzt wird. Die Stelle war im Juli 2009 für zunächst drei Jahre geschaffen worden. Damals hatte die Stelle des Schulsozialarbeiters einen Umfang von 50 Prozent, der im Mai 2011 auf 75 Prozent und jetzt auf 85 Prozent erhöht wurde. Sozialarbeit gehöre heute zum Alltag in einer Schule, sie benötige personellen und finanziellen Rückhalt, betonte Komor.

Im letzten Schuljahr habe er 156 "Beratungskontakte" gehabt, sagte der Schulsozialarbeiter der Helmut-Rau-Schule, Immanuel Heinle, im Gemeinderat. Viele Schüler würden unter der Trennung der Eltern leiden, "wir helfen, das zu verarbeiten". Neben mehreren anderen Aufgaben berate er auch Lehrer und Eltern oder vermittle bei Konflikten zwischen Schülern, sagte Heinle.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) kümmert sich um die Schulsozialarbeit an der Helmut-Rau-Schule. Laut Awo-Fachbereichsleiterin Ingrid Gösele ist ein großes Problem, dass durch den Wegfall der Grundschulempfehlung Schüler in der Realschule zusammen kommen, die sonst in der Hauptschule geblieben oder ins Gymnasium gegangen wären. Die Interessen zwischen einzelnen Gruppen von Schülern, bestätigte Heinle den Gemeinderäten, seien "sehr unterschiedlich".

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