Elf Stimpfacher Jugendliche beteiligen sich an Sozialaktion

72 Stunden Zeit haben elf Jugendliche aus Stimpfach, um ein Konzept für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln in der Region zu entwickeln. Die bundesweite Sozialaktion endet am Samstag.

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Startschuss für 72 Stunden ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit: Michael Keicher von der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall (links) übergibt den Stimpfacher Jugendlichen ihre Aufgabe. Foto: Christine Hofmann

Die Spannung lag fast greifbar in der Luft, als am Donnerstagnachmittag um 17.07 Uhr das Geheimnis gelüftet wurde. Nachdem Jugendreferent Thorsten Wassermann via Skype mit dem Entzünden einer Kerze, die 72 Stunden brennt, das Zeichen gegeben hatte, öffnete Michael Keicher von der katholischen Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall den knallgrünen Umschlag und übergab den Mitgliedern der kirchlichen Jugendgruppe "megusta" die Aufgabe. "Mundraub" heißt der Titel des Sozialprojekts. Drei Tage lang sollen die 12- bis 15-Jährigen nun versuchen, Ideen zu entwickeln, wie die Menschen in Stimpfach verantwortungsvoller mit Lebensmitteln umgehen können. Künftig sollen Obst- und Gemüsepflanzen nicht ungeerntet bleiben oder am Straßenrand vergammeln. "Macht auf den Missstand aufmerksam und stellt Möglichkeiten vor, diesen zu beheben", lautet es in der Aufgabenstellung.

Große Motivation

Keine leichte Aufgabe für die Jugendlichen, die zunächst einmal ratlos zusammenstanden. "Damit hatte wohl keiner gerechnet. Ich glaube, die Jugendlichen wissen noch nicht so recht, was sie mit dieser Aufgabe anfangen sollen", sagte Gruppenleiterin Michaela Heidenreich. Kurz vor dem offiziellen Startschuss zur bundesweiten Aktion "Uns schickt der Himmel" des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hatten die Jugendlichen noch spekuliert, welchem Thema sie sich in den nächsten drei Tagen wohl widmen würden. Die Motivation war groß. "Wir waren sofort begeistert von der Idee, 72 Stunden lang ein soziales Projekt umzusetzen", erzählte Franziska (13), "das macht bestimmt Spaß." Einige ließen am Freitag gar die Schule ausfallen, um mehr Zeit für das Projekt zu haben, bei dem schließlich jede Stunde zählt.

Die 72-Stunden-Aktion ist ein Lernfeld außerhalb der Schule: Die Jugendlichen werden herausgefordert, sich mit ihren Talenten einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und durch ihr Handeln neue Fähigkeiten zu erwerben. Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Kreativität werden gefördert. Und nebenbei entsteht etwas Gutes, von dem die Gesellschaft profitiert. "Ihr seid richtige Prediger der Nächstenliebe - in Taten, nicht in Worten", lobte Giancarlo Aldrighetti, Dekan der katholischen Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall, das soziale Engagement der jungen Menschen. "Ich danke euch, dass ihr in eurer Gemeinde ein Vorbild an Solidarität seid."

Sonntagnachmittag endet das Projekt mit einer Präsentation der Jugendlichen. "Vielleicht haben wir am Ende ein Ergebnis, auf dem wir aufbauen können", sagte Bürgermeister Matthias Strobel und sicherte den Akteuren vonseiten der Gemeindeverwaltung jede Unterstützung zu. "Wo wir helfen können, helfen wir gerne", so Strobel. Das ist auch das Motto der elf Jugendlichen.

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