Einfach alles "easy" im Dorf

Gut anderthalb Stunden hat sich Kurt Wackler Zeit genommen, seine "Regierungserklärung" an den Mann (und die Frau) zu bringen. Es hat sich gelohnt: In Satteldorf glänzen nicht nur die Finanzen.

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  • Gut 150 Zuhörer hatte Satteldorfs Bürgermeister Kurt Wackler (im Vordergrund) bei seinem Rechenschaftsbericht zur Bürgerversammlung. Fotos: Mathias Bartels 1/2
    Gut 150 Zuhörer hatte Satteldorfs Bürgermeister Kurt Wackler (im Vordergrund) bei seinem Rechenschaftsbericht zur Bürgerversammlung. Fotos: Mathias Bartels
  • Sichtlich zufrieden mit der Entwicklung "seiner" Gemeinde: Bürgermeister Kurt Wackler. 2/2
    Sichtlich zufrieden mit der Entwicklung "seiner" Gemeinde: Bürgermeister Kurt Wackler.
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Es ist schon so: Wer gut bei Kasse ist, hat keine Probleme, sich prima darzustellen. Was weder bedeuten muss, sein Licht unter den Scheffel zu stellen, noch übermäßig zu protzen. In Satteldorf stimmen die Rahmendaten, wie jetzt bei der 39. Bürgerversammlung unter Kurt Wacklers Ägide als Bürgermeister deutlich wurde. In der Ellrichshausener Turn- und Festhalle holte der Satteldorfer Schulz groß aus und schlug einen weiten Bogen um vergangene, aktuelle und künftige Projekte.

Kein Zweifel, die Lage ist bestens! "Gut im Sattel, sicher ans Ziel": Auch das ist solch ein Spruch, der einerseits das Deckblatt von Wacklers Powerpoint-Präsentation zierte und andererseits das Motto der Gemeinde vorgibt. Mit Augenmaß und Bescheidenheit, mit Sachverstand und Leidenschaft wird hier eine Gemeindepolitik betrieben, die den Ort voranbringt. Beispielsweise an die Spitze der Bevölkerungsentwicklung. Um zehn Prozent ist die Einwohnerzahl in den letzten 15 Jahren gewachsen. Folge: Platz drei im Landkreis (siehe Übersicht unten). Die Demografie schlägt zwar auch in Satteldorf durch, sodass die Zahl der älteren Bürger deutlich steigt. Doch zuletzt stiegen auch wieder die Geburtenzahlen - es gibt also Hoffnung.

So ist es nur logisch, dass sich die Gemeinde vorrangig der Kinderbetreuung zuwendet und hier die meisten Mittel aufwendet. "Dennoch", benannte Wackler einen Schwachpunkt, "dürfte sich wohl die Satteldorfer Grund- und Werkrealschule über kurz oder lang zum Sorgenkind entwickeln." 211 Schüler besuchen die Schule derzeit. Doch es dürfte schwer werden, den Bestand zu halten. "Wir müssen es offen sagen: Wenn der Trend anhält, werden wir eines Tages wohl nur noch eine reine Grundschule am Ort haben", kündigte der Bürgermeister an.

Bei den zuletzt abgewickelten und den aktuell anstehenden Investitionen setzte Wackler zum Rundumschlag an: Neubau Feuerwehrmagazin Ellrichshausen, Ortskern- und Wohnumfeldmaßnahmen in allen drei Ortsteilen, Wasserleitungs- und Kanalbau, Kläranlagen, Breitbandverkabelung, Straßensanierungen, Bestattungswesen mit Leichenhallensanierung: All das hat bis in die jüngste Zeit seinen Niederschlag in der aktuellen Ratsarbeit gefunden.

Komfortabel ist auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Rund 2600 Beschäftigte finden in Satteldorf Lohn und Brot in 288 Gewerbebetrieben vom Ein-Mann-Geschäft bis zum Großarbeitgeber Leonhard Weiss. "Jeder ist uns wichtig", sagte Kurt Wackler. Deutlich wird das nicht zuletzt an den Investitionssummen, von denen eben auch viele heimische Betriebe profitieren. Seit Wacklers Amtsantritt 1998 hat die Gemeinde 226 Millionen Euro in den Haushaltsplänen ausgewiesen, davon allein im investiven Vermögensbudget 67,1 Millionen. Und: "Seit 2008 haben wir keine offenen Rechnungen mehr." Sprich: Satteldorf ist schuldenfrei. "Das kann sich mehr als sehen lassen", ließ sich Wackler hier tatsächlich mal ein wenig Stolz anmerken. Um gleich anzumerken, dass man "nicht auf einer Insel lebt" und es jederzeit auch Situationen geben könnte, in denen es ans Eingemachte gehen muss.

In Sachen Windkraftausbau appellierte Wackler an Bundes- und Landespolitiker, den Kommunen nicht zur Last zu legen, dass es hier nicht schnell genug vorangehe. "Wir haben hier ungemein viele und wichtige Dinge abzuarbeiten", betonte er. Das Thema werde oft sehr euphorisch angegangen, "doch manches wird noch zu relativieren sein" durch Fakten, die schlichtweg berücksichtigt werden müssten. Das gelte auch für den dringend nötigen Autobahnausbau, ergänzte er.

Wie ausgeprägt der Bürger- und Gemeinschaftssinn und damit auch die Zufriedenheit mit der Kommune ist, verdeutlichte die Tatsache, dass es nach Wacklers Vortrag nur eine einzige kurze Wortmeldung gab. Merke: Gewissermaßen "alles easy" in Satteldorf.

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