Eine Oase in der Agrar-Wüste

Ein ökologisches Paradies haben Catrin und Frieder Gröner in Sigisweiler bei Schrozberg geschaffen. Die Umweltstiftung der Bürgerinitiative Westernach würdigte sie mit einem Preis.

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"Wir nehmen viel aus der Natur heraus, da sollten wir auch etwas zurückgeben": Catrin und Frieder Gröner aus Sigisweiler. Foto: Harald Zigan

Rings um das Dorf Sigisweiler herrscht das auf der Hohenloher Ebene übliche Bild einer ausgeräumten, auf Ertrag und Effizienz ausgerichteten Agrarlandschaft - mit einer Ausnahme, die selbst im Winter sofort ins Auge sticht: Rund 300 Meter vom Dorf entfernt lenken Bäume und Hecken den Blick angenehm von der sonstigen Öde ab.

Auf rund 17000 Quadratmetern haben Catrin und Frieder Gröner einen konventionell bewirtschafteten Acker in eine ökologische Oase verwandelt. Der 48 Jahre alte Zimmermeister und die 35-jährige Informatikerin legten das Biotop Stück um Stück an: Basis ihrer mühevollen Arbeit in der Freizeit war eine im Jahr 1991 gepflanzte Streuobstwiese, die 2008 mit Linden, Erlen, Saalweiden und einer Wildsträucherhecke umrahmt wurde.

Im Jahr 2011 folgten 14 Hochstamm-Obstbäume und 2012 wurde der Grundstock für eine Farbenpracht gelegt, die nicht nur Insekten erfreut: Auf rund 10000 Quadratmetern wachsen Wildblumen heran. Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe aus Rot am See halfen zudem, das Ufer eines bis dahin öden Bachs mit 24 Pappeln und Trauerweiden aufzuwerten. Eine weitere Hecke, ein Froschteich und eine zweite Streuobstwiese sollen das Ökosystem abrunden.

Als Sohn einer alteingesessenen Bauernfamilie kennt Frieder Gröner durchaus den wirtschaftlichen Druck, der auf den Landwirten lastet und ihre Produktionsmethoden bestimmt: "Da will ich gar nicht den moralischen Öko-Zeigefinger erheben". Sein Schlüsselerlebnis in Sachen Ökologie hatte er schon als Schulbub: "Damals wurde die Landschaft bei der Flurbereinigung total ausgeräumt, da blieb kein Strauch mehr übrig - das habe ich bis heute nicht vergessen."

Info Den Umweltpreis 2012 der Bürgerinitiative Westernach haben bekommen: der Schwäbische Albverein Öhringen (1000 Euro), die Familie Gröner aus Schrozberg-Sigisweiler (500 Euro) und die Familie Franz aus Weldingsfelden.

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