Eine Exkursion wider das Vergessen der Gräueltaten

"Nie wieder!" lautet die Mahnung der Überlebenden des KZ in Dachau. Abiturienten des Gymnasiums Gerabronn wurde bei einem Besuch der Gedenkstätte bewusst, welche Gräueltaten dort verübt wurden.

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Dieser Termin wurde von den Lehrkräften des Fachs Geschichte aufgrund der zeitlichen Nähe zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gewählt, waren doch alle Schulen des Landes zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 dazu aufgerufen, ihre Schüler an die Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes zu erinnern. Durch diese Erinnerung soll die Wiederkehr eines solchen inhumanen Unrechtsstaates verhindert werden: "Nie wieder" lautet auch die Mahnung der Überlebenden des Lagers, die in den 1960er-Jahren die Gründung der Gedenkstätte in Dachau initiiert hatten. Für mehr als 200 000 Menschen aus ganz Europa war das Gelände der ehemaligen Waffenfabrik in Dachau zwischen 1933 und 1945 ein Ort des Schreckens gewesen. Nachweislich mehr als 40 000 Menschen waren aufgrund der Haftbedingungen beziehungsweise durch Hinrichtungen gestorben. Für die Gymnasiasten war es erschreckend zu sehen, welch schlimme Zustände im Lager herrschten. Gegenstand der Gespräche während des Rundgangs war von Beginn an der allgegenwärtige Zynismus, der bereits mit der Inschrift "Arbeit macht frei" am Tor jedem Besucher augenscheinlich wird.

"Aus Menschen werden Nummern" - mit diesen Worten beschrieb einer der Museumspädagogen die gezielte Entindividualisierung der eingelieferten Häftlinge. Systematisch sollte diesen ihre Menschenwürde genommen werden. Anhand der Biografien einzelner Häftlinge wurde den Schülern das Lagerleben veranschaulicht.

Eindrucksvoll waren auch die ungeheizten Baracken, in denen die Gefangenen leben mussten. Teilweise waren in einer Baracke, die für 400 Menschen konzipiert worden war, 2100 Menschen untergebracht. Besonders erschütternd war es für viele Teilnehmer, den Bereich um das Krematorium zu betreten, in dem viele Tausende Menschen ihr Leben lassen mussten. "Nie darf so etwas wieder möglich werden!", lautete am Ende des Tages das Fazit der Exkursionsteilnehmer.

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