Eine Brücke für Land und Menschen

Mit einer Gruppe angehender Bauingenieure hat Stephan Rollbühler aus Sandhof seine Semesterferien in Sri Lanka verbracht. Mitten im Dschungel bauten die Studenten eine 56 Meter lange Hängeseilbrücke.

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  • In luftiger Höhe: Die Stahl-Beton-Konstruktion musste so gebaut werden, dass die Hängeseilbrücke auch bei Hochwasser passiert werden kann. 1/2
    In luftiger Höhe: Die Stahl-Beton-Konstruktion musste so gebaut werden, dass die Hängeseilbrücke auch bei Hochwasser passiert werden kann.
  • Eine Brücke verbindet: Der Frankenhardter Stephan Rollbühler (links) mit Thilna (20). Privatfotos 2/2
    Eine Brücke verbindet: Der Frankenhardter Stephan Rollbühler (links) mit Thilna (20). Privatfotos
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Für die Dorfbewohner von Pitigala am Fluss Bentara ist die Brücke ein Segen: Die Kinder benutzen sie für ihren Schulweg. Die Bauern kommen über die Brücke auf direktem Weg zu ihren Teeplantagen und Zimtfeldern. Sie können sogar einen Ochsen über die Brücke führen, die eigentlich für Fußgänger gedacht ist.

Bisher musste jeder, der den Fluss an diesem Verkehrsknotenpunkt queren wollte, durchs Wasser waten. Bei Hochwasser verwandelt sich der Bentara River in einen reißenden Strom, der nicht mehr passiert werden kann. Dann half früher nur ein weiter Umweg über die nächste Brücke. "Wenn man sieht, wie dankbar die Menschen für diese Brücke sind, das fühlt sich richtig gut an", sagt Stephan Rollbühler, Bauingenieurwesen-Student aus Karlsruhe.

Stephan Rollbühler ist in Frankenhardt-Sandhof aufgewachsen. Er besuchte das Albert- Schweitzer-Gymnasium und später das Lise-Meitner-Gymnasium in Crailsheim, machte 2011 Abitur und begann noch im selben Jahr sein Studium am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im nächsten Semester, seinem sechsten, will er den Bachelor machen.

Regelmäßig kommt Rollbühler an den Wochenenden und in den Semesterferien nach Hause, um Familie und Freunde zu treffen und beim FC Honhardt Fußball zu spielen. "Ich bin heimatverbunden und hätte nichts dagegen, später wieder zurück in die Region zu kommen", sagt der Student. Dass sein erstes realisiertes Bauwerk so weit von zu Hause weg entstehen würde, hätte der 22-Jährige nicht gedacht. "Das Land und die Leute kennenzulernen war ein Erlebnis. Wir sind in eine komplett andere Welt eingetaucht. Es entstanden schnell Freundschaften mit den Dorfbewohnern", erzählt Rollbühler.

Sechs Wochen lang war er auf der Baustelle in Sri Lanka. "Außer einem Betonmischer und einem Bagger für den Aushub der Fundamente hatten wir praktisch keine Maschinen. Man kann sagen, die Brücke ist in echter Handarbeit entstanden", so Rollbühler. Rund eineinhalb Jahre dauerte die Planung für den Brückenbau. In dieser Zeit bereiteten die 22 angehenden Bauingenieure, die sich in der Hochschulgruppe "Engineers without borders" zusammengefunden hatten, das Projekt vor. Von der Konstruktion über das benötigte Material und die Logistik vor Ort musste an vieles gedacht werden.

Auch mussten Sponsoren für das 75000 Euro teure Projekt gewonnen werden. Zwei Studenten absolvierten sogar einen Kletterkurs, um Drahtseile der Hängebrücke an den Pfeilern befestigen zu können. "Jeder hat neben seinem Studium viel Zeit investiert", berichtet Stephan Rollbühler. An Motivation mangelte es nicht. "Bei diesem Projekt konnten wir jede Menge Praxiserfahrungen sammeln. Das hat sehr viel Spaß gemacht - und es war ein Abenteuer", sagt der 22-Jährige.

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