Ein vielversprechendes Konzept

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Sehen wir hier den Gruppenführer und den Einsatzleiter von übermorgen? Die Kinder vom Stimpfacher Kindergarten haben beim Besuch bei der Feuerwehr jedenfalls ihren Spaß.  Foto: 

Eigentlich steht es um die Gemeindefeuerwehren in Baden-Württemberg gar nicht schlecht. Die Zahlen der aktiven Feuerwehrmänner sind in den vergangenen Jahren stabil, seit 2012 steigen sie sogar leicht an. Auch die Jugendfeuerwehren gewinnen im Mittel an Zuwachs. Den demografischen Wandel, den Vereine so oft als Hauptgrund für schwindende Mitgliederzahlen anführen, stecken die Wehren im Land alles in allem gut weg.

In Stimpfach ist die Situation eine andere. Von Jahr zu Jahr schrumpft dort die Jugendfeuerwehr – ein Trend, den so keiner hinnehmen möchte. Stattdessen steuert die Stimpfacher Wehr nun dagegen und wird im September eine Kindergruppe gründen. Diese wird dann in die Jugendfeuerwehr eingegliedert. Es gibt schon ein paar mündliche Anmeldungen für die Kindergruppe. Morgen findet ein Elternabend im Magazin statt.

Die Leitung der Nachwuchsgruppe für Kinder von sechs bis zehn Jahren wird der stellvertretende Abteilungskommandant Simon Schenk, 30, übernehmen. Das Betreuerteam steht auch schon. Schenk selber ist übrigens erst spät zur Feuerwehr gekommen, mit 19 Jahren war das. „Ich bin ein klassischer Quereinsteiger. Aber das gibt es eben nicht oft. Deshalb möchten wir die Kinder schon früh in die Wehr einbeziehen“, sagt er.

Gerabronn machte den Anfang

Alle zwei Wochen soll sich die Gruppe treffen. Was die Jungs und Mädels dann erwartet? Eine Mischung aus Freizeitaktivitäten und Brandschutzerziehung. „Im Verhältnis 70 zu 30“, wie Schenk sagt. Vom Plätzchenbacken bis zur Fahrt im Feuerwehrauto quasi. Es ist Schenk wichtig zu betonen, dass es sich beim neuen Angebot nicht um eine Kinderfeuerwehr handelt. „Wir wollen den Kindern spielerisch beibringen, wie sie sich in Gefahrensituationen zu verhalten haben und was die Feuerwehr macht“, sagt Schenk. Auch in der Gemeinde solle sich die Gruppe gemeinnützig einbringen, in Form einer Putzaktion oder durch Äpfelsammeln etwa.

Die Kindergruppe ist natürlich keine Stimpfacher Erfindung. Den Anfang im Landkreis machte vor zehn Jahren Gerabronn, seitdem haben es acht Feuerwehren gleichgetan. Somit ist Stimpfach die zehnte von 29 Jugendfeuerwehren im Landkreis, die eine Kindergruppe hat. Wohl wie kein Zweiter in der Umgebung weiß Marco Heigold über die Abteilungen für die ganz kleinen Feuerwehrmänner Bescheid. Er ist beim Kreisfeuerwehrverband Schwäbisch Hall für die Kindergruppen zuständig. Den Stimpf­achern stand Heigold beratend zur Seite.

2013 führte Heigold bei seiner Wehr in Vellberg eine Kindergruppe ein und das erfolgreich. Dort fing alles mit 18 Kindern an, heute sind es 27. Elf schafften den Sprung in die Jugendfeuerwehr. „Die Gruppen schießen mittlerweile aus dem Boden wie die Pilze“, sagt er. Auf das wachsende Interesse hat der Kreisfeuerwehrverband reagiert und zwei Seminare zur Beratung entworfen. Es scheint jedenfalls, als seien Kindergruppen ein vielversprechendes Konzept.

Kindergarten war schon da

Die Werbetrommel hat die Feuerwehr schon gerührt: Vor Kurzem war der Stimpfacher Kindergarten im Magazin zu Gast. „Sobald das Blaulicht zu sehen und das Martinshorn zu hören ist, werden die Kinderaugen ganz groß“, sagt Simon Schenk. Kein Wunder also, dass er optimistisch in die Zukunft blickt. Sein Sohn steht auch schon in den Startlöchern. Gerade ist er fünf Jahre alt, also noch ein Jahr zu jung für die Kindergruppe. Die Vorfreude sei jedoch schon da. „Er wartet schon darauf.“

Info Der Elternabend beginnt morgen um 20 Uhr im Feuerwehrmagazin in Stimpfach (hinterm Rathaus).

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