Ein unendlich langer Winter

Wetterrückblick auf 2013. Nach dem völlig verregneten Frühjahr entschädigen Juni und Juli mit Temperaturen über 30 Grad.

|
Im Januar 2013 liegt Schnee. Das Bild zeigt den Blick vom Weiler Baumgarten in Richtung Rote Steige bei Michelfeld. Archivfoto: Ufuk Arslan

"Es war ein unendlich langer Winter, der Frühling fiel fast aus. Der Sommer konnte sich sehen lassen", schreibt Meteorologe Martin Melber in seiner Kurzbilanz für das vergangene Wetterjahr. Die Daten stammen von seiner privaten Wetterstation in Westheim, die Melber seit 1985 betreibt.

Die Jahresmitteltemperatur betrug 9,4 Grad. Gegenüber dem Vergleichswert von 8,5 Grad ist das um 0,9 Grad zu warm. "Damit sind in den vergangenen 25 Jahren nur 1996 und 2010 zu kalt ausgefallen. Das ist ein deutliches Indiz für die Klimaerwärmung auch in unserer Region", meint Melber. Die einzelnen Wetterlagen würden immer krasser, ein langsamer Übergang werde immer seltener.

Februar, März und Mai waren zu kalt, die restlichen neun Monate zu warm. Der Jahresniederschlag betrug 928,4 Liter pro Quadratmeter. Gegenüber dem Soll von 914 Litern sei das nahezu eine Punktlandung.

Von dem "ausgefallen" Frühjahr weiß auch Gerhard Schaffitzel, der Badebetriebsleiter im Haller Schenkensee-Freibad, ein Lied zu singen. Am 6. Mai wurden nur 53 Badegäste gezählt. Das war der Tag mit den wenigsten Zahlenden. Erst im Juni wurde es besser. Am 19. stürmten 4072 Menschen das Bad, um Abkühlung zu finden. Insgesamt wurden 109713 Besucher gezählt, das sind 5,3 Prozent weniger als 2012 (115860) "Der Mai war gar nichts, im Juni gab es einige schöne Tage, der Juli war gut und der August durchwachsen", sagt Schaffitzel. Das deckt sich mit Melbers Statistik.

2013 fiel an 193 Tagen messbarer Niederschlag. An 36 Tagen regnete es mit mehr als je zehn 10 Litern stark. Die größte Tagesmenge ging am 25. August mit 31 Litern nieder.

Fünf Monate gelten als zu nass (Februar, Mai, September, Oktober und November). Besonders regenreich war der Mai mit 145,1 Liter je Quadratmeter. Sieben Monate waren zu trocken.

Der Juli brachte Sommerwetter. Insgesamt zählte Melber 58 Sommertage mit mehr als 25 Grad, normal wären 40. Heiße Tage mit mehr als 30 Grad gab es 20, im langjährigen Mittel wären es acht.

Die Temperaturspanne reichte von minus 11,1 Grad am 14. Februar bis 36,9 Grad am 27. Juli. 18 Tage mit Gewittern sind eher wenig. 2012 hatte es an 33 Tagen Blitz und Donner gegeben.

An 46 Tagen lag eine Schneedecke, die höchste am 9. Februar mit 15 Zentimeter. Summiert man den Neuschnee auf, sind es 57 Zentimeter. 2011 waren es 237, 2012 immerhin 45 Zentimeter. Mit 86 Frosttagen und 108 Bodenfrosttagen war die Anzahl leicht unterdurchschnittlich. Als heiter gelten 27 Tage, dagegen waren 188 Tage trüb und wolkenverhangen. Damit gab es auch deutlich zu wenig Sonnenschein, extrem wenig im Winter und Frühling. An 52 Tagen herrschte Nebel.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Siedler setzen sich durch

Gemeinderat akzeptiert den Wunsch der Siedlungsgemeinschaft Sauerbrunnen, das Wohngebiet am Lärmschutzwall über die Brunnenstraße zu erschließen. weiter lesen