Ein Segen für das Land

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Vor 75 Jahren wurde das nördliche Hohenlohe aus einer Not befreit, die den Menschen und ihrem Vieh schon seit Jahrhunderten zu schaffen machte: Mit der Gründung der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (HWG) am 25. Februar 1938 wurde das kostbare Nass direkt aus dem Wasserhahn zu einer baren Selbstverständlichkeit. Im November dieses Jahres soll das Jubiläum offiziell gefeiert werden.

Treibende Kraft hinter den Plänen, endlich auch für die Dörfer im Nordosten von Württemberg eine zuverlässige, hygienisch einwandfreie Wasserversorgung zu schaffen, war der Oberamtmann Wilhelm Wöhrle aus Gerabronn. In Stuttgart hatte er einen Verbündeten: Im Technischen Landesamt war für Hohenlohe zufällig Hermann Kellermann zuständig - als gebürtiger Schrozberger wusste er um die Wasserprobleme in seiner Heimat.

Der Chef des Oberamtes schaffte es schließlich, etliche Zauderer und Zögerer zu überzeugen. Nach der Gründung des Zweckverbandes am 25. Februar 1938 im "Hirschen" zu Blaufelden wurden im Eiltempo einschlägige Pläne für das Leitungsnetz gefertigt, dessen Basis im Niederrimbacher Tal bei Creglingen liegen sollte.

Dort sprudelte das Wasser aus drei Quellen zuverlässig und in ausreichender Menge. Und der höchste Punkt des Oberamtes Gerabronn bei Schrozberg-Lindlein war schon als Standort für den zentralen Wasserturm auserkoren, der mit der Kraft eines Pumpwerks in Creglingen befüllt werden sollte.

Zum ersten Verbandsvorsitzenden wurde der Gerabronner Bürgermeister Jakob Wiedmann gewählt. Ihm folgte 1972 Rudolf Neu aus Schrozberg, der 1989 von Kurt Mündlein aus Blaufelden abgelöst wurde. Seit 1999 steht Bürgermeister Klemens Izsak aus Schrozberg an der Spitze des Zweckverbandes, dessen Geschäfte seit 2004 von Isolde Ansorge geführt werden. Für die technische Betriebsführung zeichnet Holger Gersten verantwortlich.

Im Herbst 1939 sollte der Startschuss für das Großprojekt fallen. Am 1. September fielen aber stattdessen die ersten Schüsse des Zweiten Weltkrieges - Wasser für Hohenlohe hatte bei den Behörden keine Priorität mehr.

1950 schließlich wurden die alten Pläne wieder aus der Schublade hervorgeholt. Jahr um Jahr baute die HWG ihr Leitungsnetz aus. Heute versorgt der Zweckverband, der sich über Umlagen seiner Mitglieder Blaufelden, Creglingen, Gerabronn, Kirchberg/Jagst, Mulfingen, Niederstetten, Rot am See, Satteldorf, Schrozberg, Wallhausen und Weikersheim finanziert, 31 000 Menschen mit jährlich 2,7 Millionen Kubikmeter Wasser.

Rund 66 Millionen Euro hat die HWG seit ihrer Gründung für eine sichere Wasserversorgung investiert und in 75 Jahren rund 100 Millionen Kubikmeter Wasser geliefert - über ein derzeit 600 Kilometer langes Leitungsnetz mit 31 Hochbehältern und 16 Wassertürmen.

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