Ein Kandidat zum Nein-Sagen

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Wer in Kreßberg schon immer einmal Nein sagen wollte - Nein zu Stuttgart 21, Nein zu Atomkraft, oder einfach nur Nein aus Prinzip - der hat zumindest am 27. Januar sogar "eine Wahlalternative", wie die Initiative "Nein-Idee" behauptet. Denn sie stellt bei der Bürgermeisterwahl einen Kandidaten. Den 36-Jährigen Vater, Hausmann und Unternehmer Andreas Fischer aus Berlin-Steglitz kennt in Kreßberg zwar niemand, aber zum Neinsagen ist das auch nicht wichtig.

Denn er gehört zur "einzigen Partei in Deutschland, die immer Nein sagt", also auch zum Bürgermeisteramt. "Sollte es mir gelingen, die Mehrheit der Stimmen zu erreichen, werde ich das Amt des Bürgermeisters in Kreßberg nicht annehmen." Hat das Ganze einen Sinn? Nach Meinung der Nein-Idee schon: "Eine Wahl ist nur dann eine echte Wahl, wenn es auch die Möglichkeit gibt, Nein zu allen Bewerbern zu sagen", erklärt die Firma PR Augustin aus dem bayerischen Poing, die für Andreas Fischer spricht. Fischer wolle, heißt es in einer Erklärung, allen Bürgern, die Chance auf eine "Nein-Option" geben: "Jeder hat das Recht, Nein zu sagen." Träfe diese Argumentation zu, müsste die Gemeinde am 27. Januar eine Wahlbeteiligung in Höhe von 100 Prozent erreichen, meint der amtierende Bürgermeister Robert Fischer, der wiedergewählt werden will. Bei Robert Fischers letzter Wahl hatten - trotz einer ernsthaften Mitbewerberin - drei Viertel der Kreßberger Wähler Ja zu ihrem Bürgermeister gesagt. Ist er der Kandidat der Ja-Sager? Er selbst sagt dazu "Nein". Ansonsten hält er die Nein-Idee für eine Schnapsidee.

Vorgestern versandte PR Augustin die gleiche Mitteilung noch einmal. Andreas Fischer wolle jetzt auch in "Fichenau" antreten. Richtig heißt der Ort Fichtenau, und gewählt wird dort am 3. März. Wahrscheinlich ist, das in beiden Orten eine große Mehrheit der Bürger "Nein" zu Andreas Fischer sagt und wieder ihren Bürgermeister wählt. Macht nichts. Das Neinsagen scheint ja gewollt - auch wenns zum Bumerang wird.

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Kommentare

06.01.2013 16:29 Uhr

Anmerkung

Der NEIN-Idee ist klar, dass der Ort Fichtenau heißt und nicht "Fichenau", dies war ein Schnellschreibfehler im Rahmen der Arbeit am Computer. Jeder Mensch macht Fehler und auch in der SWP gab es schon Rechtschreibfehler. Irren ist menschlich.

Marius Augustin
-NEIN!-Idee

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