Ein guter Braten braucht Zeit

Ein Schweinebraten ist ein Klassiker der Kochkunst: Kerstin Gronbach aus Michelbach an der Heide bringt Schülern im Schullandheim bei, wie es funktioniert.

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Nach drei Stunden im Ofen kann Kerstin Gronbach den Schweinebraten aufschneiden.  Foto: 

Einen Schweinebraten selbst zu machen, ist eigentlich nicht schwer. Es braucht ein gutes Stück Schweinefleisch, viel Gemüse, ein paar wenige Gewürze – und Zeit. Ohne diese Zutaten geht es einfach nicht, und gerade Zeit haben die meisten Menschen heute viel zu wenig. „Wer mittags einen Schweinebraten genießen möchte, der muss ihn eigentlich um halb zehn in den Backofen stellen“, sagt Kerstin Gronbach. Ihr gehört die „Kleine Schweineschule“ in Michelbach an der Heide.

Auf ihrem Hof können Kinder das Leben auf dem Bauernhof näher kennenlernen. „Grundschulklassen kommen gern hierher, dann wird der Hof zum Schullandheim. Es ist eben etwas anderes. Meistens kommen sogar Klassen aus Heilbronn oder Backnang“, erklärt Kerstin Gronbach. Die Kinder packen dann auf dem Hof bereitwillig mit an, zum Beispiel beim Tierfüttern oder Kochen.

Bewusstsein schaffen

Woher die Nahrung kommt und wie viel Arbeit in so einem Stück Schweinefleisch steckt, das können viele Kinder heute nicht mehr einschätzen, da ist sich Gronbach sicher. Gegen diesen Trend kann man aber angehen – mit Höfen wie dem in Michelbach an der Heide. Hier schafft man ein Bewusstsein für die Herkunft der Nahrungsmittel, für die Zeit vor dem Supermarktregal.

Dazu gehört auch, eine Speise selbst zubereiten zu können. „Schweinebraten schmeckt den meisten Kindern gut, und er ist für sie auch ohne Weiteres kochbar“, sagt Kerstin Gronbach. Und: „Viele fassen hier zum ersten Mal ein Stück rohes Fleisch an, für die ist das wirklich etwas Neues.“ Neugierig und wissbegierig sind die Kinder, oftmals erstaunt, dass die Konsistenz eines rohen Stücks Fleisch so anders ist als die eines zubereiteten.

Braten keine schlechte Wahl

Kerstin Gronbach nutzt bei den Gruppen oft das Bratenrezept von Oma Lina Gronbach. Nach dem Frühstück kann das Essen mit der Kochgruppe direkt vorbereitet werden. Sobald der Braten erst im Ofen ist, kann sie mit den Schülern noch einmal in den Stall oder auf die Wiese gehen. „Wenn wir dann zurückkommen, decken die Kinder die Tische, während ich den Braten zurechtschneide.“

Wer also morgens ein paar Minuten Zeit hat, bevor er etwas am Schreibtisch oder im Garten erledigen will, für den ist ein Schweinebraten keine schlechte Wahl.

Als Zutaten werden benötigt: ein gutes Stück Fleisch vom Schwein sowie Schweineknochen, Schweineschmalz, Salz, Pfeffer, Paprika, 1 Zweig frischer Rosmarin, Tomatenmark, Zwiebel, Karotte, Sellerie, Lauch, Knoblauch.

Bei der Zubereitung das Fleisch und die Knochen im Schweineschmalz scharf anbraten, das grob geschnittene Gemüse dazugeben und mitdünsten. Das Fleisch mit den Gewürzen bestreuen und das Ganze mit Wasser ablöschen (es darf auch anteilig Bier oder Rotwein verwendet werden). Der Braten muss schwimmen und mindestens zur Hälfte mit Flüssigkeit bedeckt sein. Im Backofen bei 200°C zugedeckt 2 bis 3 Stunden schmoren lassen. Wenn möglich, einmal wenden.

Beim Anrichten das Fleisch zuerst mit einem elektrischen Messer aufschneiden und anschließend auf einer Platte anrichten. In den ausgeschalteten Backofen stellen. Die Soße fein pürieren und einen Schuss Sahne dazugeben. Bei Bedarf salzen. Ein wenig Soße über das Fleisch geben und mit einem Zweig frischen Rosmarin dekorieren.

Als Beilagen zum Schweinebraten empfiehlt Kerstin Gronbach Bratkartoffeln, Nudeln, Spätzle oder Reis und Salat. ng

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