Ein geschätzter Seelsorger

Georg Bührlen ist heute vor 100 Jahren im Alter von 72 Jahren

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Pfarrer Georg Bührlen sitzt an seinem Schreibtisch. Sulzbachs erster Ehrenbürger starb am 14. März 1914. Er wurde 72 Jahre alt. Foto: Sammlung König

gestorben. Er war ein in der Gemeinde beliebter Pfarrer und erster Ehrenbürger des Orts.

Bei der Reformationsfeier am 6. November 1910 hielt Pfarrer Georg Bührlen seine Abschiedspredigt und am gleichen Tag beschloss der Gemeinderat einstimmig, ihm, "der als geschätzter Seelsorger 23 Jahre lang Freud und Leid der Gemeinde teilte und viel Erfolg- und Segensreiches zum Nutzen und Frommen der Gemeinde geleistet und sich Verdienste um Gemeinde, Schule und Darlehenskassenverein erworben hat" das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Bei einem Gemeindeabend im März 1911 wurde ihm die Urkunde überreicht.

Als Sohn eines Hafners - also eines Töpfers - wurde Georg Bührlen am 10. Februar 1842 in Ulm geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Ulm studierte er in Tübingen Philosophie und Theologie, war von 1867 bis 1869 Vikar in Westheim, danach bis 1872 Pfarrverweser in Bubenorbis, kannte also das Limpurger Land. Von 1872 bis 1878 war er Pfarrer in Zillhausen bei Balingen, bevor er Pfarrer in Schömberg wurde. Pfarrer Bührlen war mit Emilie geborene Weil verheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Töchter. Am 9. November 1887 wurde Bührlen von Dekan Karl Leypoldt in sein Amt eingesetzt. Als Zeugen fungierten Pfarrverweser Samuel Schmid aus Laufen und Schultheiß Moritz Pfizenmaier, genannt "Onkele".

Bald nach seinem Amtsantritt begannen die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Kirchturms und die Innenrenovierung der Kirche. Auf 20000 Mark waren die Baukosten veranschlagt. Groß waren die Überraschung und die Sorgen der Finanzierung als der Bau mit 47912,77 Mark abgerechnet wurde.

Das Pfarrhaus wurde 1908 renoviert und 1909 mit elektrischem Licht versorgt. Beachtlich, dass in dieser Zeit im Sulzbacher Pfarrhaus eine Ortslesebibliothek mit 661 Bänden bestand. Mit einem jährlichen Zuschuss von nur zwölf Mark fand die bürgerliche Gemeinde die Einrichtung nicht besonders förderungswürdig.

Als Bührlen 1902 schwer erkrankte, wurde ihm ein Vikar zur Seite gestellt. "Da die Gemeinde in deutlich erkennbarer Weise religiös und sittlich gesunken ist, wäre ein selbstständiger und kräftiger Vikar wünschenswert", berichtete Dekan Eugen Majer nach Stuttgart. Doch "die Gemeinde hat ihn sehr gern", urteilte Dekan Theodor Schrenk, als er Bührlen 1910 für eine Auszeichnung vorschlug. Und weil "die da oben" den Sulzbachern immer wieder den Verfall der Sittlichkeit vorhielten und dies auf den Alkoholmissbrauch zurückführten, stellte sich ihr Pfarrer Bührlen vor seine Seelen und berichtete: "Die Männer gehen wohl am Sonntag ins Wirtshaus wie überall, aber im Allgemeinen ist der Wirtshausbesuch ein geringer, von Störungen der Ordnung hört man nie etwas." Vielleicht mochten sie ihn auch deshalb alle, weil er ihre kleinen Sünden tolerierte. Pfarrer Bührlen wirkte als Vorstandsmitglied im Darlehenskassenverein und nahm als "stets gern gesehener Gesellschafter" am Vereinsleben teil.

Im 69. Lebensjahr, also 1910, reichte Pfarrer Bührlen nach 23-jähriger Tätigkeit als Seelsorger in Sulzbach seine Pensionierung ein. Pfarrer Bührlen verbrachte seinen Ruhestand in Sulzbach in seinem wenige Jahre vorher erbauten Haus - heute Mühlgasse 14 -, in dem zuvor Schultheiß Otto Fried zur Miete wohnte. Er widmete sich nun der Ortschronik und hielt 1913 noch die Festrede zum 50-jährigen Fahnenjubiläum des Liederkranzes.

Am 14. März 1914 starb Pfarrer Bührlen im Alter von 72 Jahren. Seine Witwe lebte noch bis 1917 in Sulzbach und zog dann zu ihrer Tochter nach Ölbronn.

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