Ein gefährliches Pflaster: Über 500 Unfälle auf den 56 Kilometern der A6 in Hohenlohe

Die Autobahn 6 ist reich an Risiken: Rein rechnerisch vergeht kein Tag ohne Unfall auf der Asphaltpiste, die sich quer durch Hohenlohe zieht. An über 50 Prozent der Unfälle sind Laster beteiligt.

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Einer von 564 Unfällen des Jahres 2012 auf der A 6: Bei Satteldorf rammt ein Lkw ein Fahrzeug der Autobahnmeisterei und fängt Feuer.  Foto: 

Vorbei sind die Zeiten, als der Verkehrsfluss auf der A 6 nur ein dünnes Rinnsal war: Zur Nachtzeit etwa konnte es schon mal vorkommen, dass ein Autofahrer mutterseelenallein auf der seit 1979 zwischen Heilbronn und Nürnberg durchgehend befahrbaren Strecke unterwegs war.

Das hat sich spätestens mit dem Mauerfall im Jahr 1989 und der Öffnung der Ostblock-Staaten geändert: Die Autobahn 6 entwickelte sich zu einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen. Durch die Verkehrsader in Hohenlohe fließen mittlerweile Tag und Nacht rund 65 000 Fahrzeuge. Der Lkw-Anteil beträgt rund ein Drittel und soll bis 2025 noch um 40 Prozent zulegen. Deshalb fordert auch die Polizei eine dritte Spur für die A6 in Hohenlohe und warnt, wie die Feuerwehr davor, hierfür den Standstreifen zu verwenden und damit auf eine Ausweichmöglichkeit am rechten Fahrbahnrand gänzlich zu verzichten.

2012 ballten sich auf den 56 Kilometern zwischen Bretzfeld und der bayerischen Landesgrenze, für die die Autobahn- und Verkehrspolizei mit Sitz in Kirchberg unter der Regie des Ersten Polizeihauptkommissars Helmut Wengert verantwortlich zeichnet, exakt 564 Unfälle.

Das bedeutet zwar ein Minus von rund 8 Prozent gegenüber den Unfallzahlen des Vorjahres. Die Folgen waren aber immer noch schlimm genug: 94 Insassen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Wenigstens ging auf der Autobahn die Zahl der Verletzten binnen zehn Jahren um 23 Prozent zurück, wie die Polizeidirektion in Hall in ihrer Statistik für das Jahr 2012 bilanziert. Für fünf Menschen gab es im Vorjahr bei zwei Unfällen auf der A 6 keine Rettung mehr. Allein beim Brand eines Autos im November 2012 nahe Öhringen waren vier Todesopfer zu beklagen: Ein Vater und seine drei Kinder verbrannten nach dem Zusammenstoß mit einem Laster, der auf die Gegenspur geraten war.

Tagtäglich erleben die Autobahnpolizisten und Rettungskräfte auch die Folgen eines Skandals, der keine Schlagzeilen macht: Deutschland ist mittlerweile das einzige Land auf der Welt ohne generelles Tempolimit auf den Autobahnen. Und deshalb wird es auch auf der A6 in Hohenlohe dabei bleiben, dass es für 40 Prozent aller Unfälle nur eine einzige Ursache gab - Raserei.

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