Ein Fachmann für die Basis

Es soll ein dem Anlass angemessenes Werk werden: Wenn 2017 die 1200-Jahr-Feier von Fichtenberg ansteht, wird auch ein neues Heimatbuch erscheinen. Die Autoren werden von Dr. Christoph Bittel betreut.

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Dr. Christoph Bittel im Fichtenberger Gemeindearchiv. Foto: Richard Färber

Der Fachmann kümmert sich ums Redaktionelle: Dr. Christoph Bittel hat in der Nachfolge von Ulrike Marski die Betreuung des Fichtenberger Heimatbuches übernommen. Marski hatte die Aufgabe aus beruflichen Gründen abgeben müssen und die Gemeinde an den Kollegen aus Bad Mergentheim verwiesen, den sie von der gemeinsamen Arbeit an der Ortsgeschichte der Gemeinde Rosengarten kennt. Statt Marski kommt nun also Bittel regelmäßig nach Fichtenberg, um den Autorinnen und Autoren des Heimatbuches bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dr. Christoph Bittel ist, wie man so schön sagt, familiär vorbelastet. Sein Vater war der Archäologe Prof. Dr. Kurt Bittel (1907 - 1991), der Ausgrabungsleiter in der hethitischen Königsstadt Hattuscha in der Türkei war und ab 1950 zusammen mit Kollegen die Ausgrabung der Heuneburg im Landkreis Sigmaringen begann. Sohn Christoph, Jahrgang 1954, kam in Istanbul zur Welt und verbrachte dort auch die ersten Jahre seiner Kindheit, aufgewachsen ist er in Berlin und später dann in Heidenheim, der Heimatstadt seines Vaters.

Die Leidenschaft fürs Prähistorische hat Christoph Bittel nicht geerbt; ihm hats jene Vergangenheit angetan, die politisch, sozial, kulturell und wirtschaftlich in die Gegenwart hineinwirkt. Er studierte Geschichte, Soziologie und Politik und promovierte dann "magna cum laude", also "mit großem Lob" über "Arbeitsverhältnisse und Sozialpolitik im Oberamtsbezirk Heidenheim im 19. Jahrhundert".

Heute lebt Bittel mit seiner Frau in Bad Mergentheim, wo er von 1992 bis 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschordensmuseum tätig war. Daneben hat er bis heute eine Fülle von Forschungs- und Buchprojekten abgearbeitet. Dazu gehört die Mitarbeit an den Kreisbeschreibungen von Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis, Esslingen und Heilbronn und an der Internetdatenbank LEO des Landesarchivs, die Mitarbeit an der Sonderausstellung "Königreich Baden-Württemberg" und die Bearbeitung von regional- und ortshistorischen Büchern und Katalogen für Calw, Weikersheim, Rosengarten und jetzt Fichtenberg. 2009 bis 2011 arbeitete er auch als wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Landesgeschichte des historischen Instituts der Universität Stuttgart. Ehrensache, dass er auch aktives Mitglied des historischen Vereins für Württembergisch Franken ist.

Das Limpurger Land und seine Umgebung sind für Bittel keine unbekannten Größen. Er hat, wie schon erwähnt, in Rosengarten gearbeitet, auch in Mainhardt hat er schon im Archiv gestöbert. Das Fichtenberger Heimatbuch ist dennoch etwas Besonderes: Die Geschichten und Artikel werden nicht von ausgebildeten Historikern, sondern von historisch interessierten Fichtenbergern erarbeitet - das Heimatbuch wird ein Werk der Basis.

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