Ein christlicher Praktiker

Er arbeitete mit vier Pfarrern, half beim Bau des Gemeindehauses und gehört seit über 30 Jahren der Synode an. Friedrich Knödler wurde gerade zum siebten Mal in den Honhardter Kirchengemeinderat gewählt.

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Für seine Verdienste für das Kirchenleben erhielt Friedrich Knödler bereits 2007 die Brenzmedaille. Zwar ist der gebürtige Honhardter kein Medaillensammler, doch freute er sich trotzdem über die Anerkennung seines langjährigen freiwilligen Engagements. Anlass, das Ehrenamt abzugeben, war die Auszeichnung für den rüstigen Rentner indes nicht.

Vor 37 Jahren hat sich Friedrich Knödler erstmals für den Honhardter Kirchengemeinderat zur Wahl gestellt. "Ich kam damals als junger Kerl in ein Gremium, das sich überwiegend aus gestandenen Männern zusammensetzte. Der Kirchengemeinderat wurde insgeheim auch Ältestenrat genannt", erinnert sich Friedrich Knödler. Heute, in seiner siebten Amtszeit, zählt er selbst zu den Senioren im Rat. "Wir haben mittlerweile eine gute Mischung aus allen Altersstufen im Kirchengemeinderat. Jedes Mitglied ist gleichberechtigt. Ich finde es vor allem wichtig, dass Frauen dabei sind. Sie bringen oft eine andere Sicht auf die Dinge in die Diskussion ein", so der 66-Jährige, dessen christliche Wurzeln bis in die Jungschar seiner Kindheit und die Jugendorganisation Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM) zurückreichen.

Friedrich Knödler ist ein Praktiker. Viele Jahre führte er den Metallbaubetrieb in Honhardt, den sein Vater aufgebaut und sein Sohn vor fünf Jahren übernommen hat. Seine handwerklichen Fähigkeiten und seinen Sinn fürs Praktische setzte und setzt er auch im Kirchengemeinderat ein.

Die beiden großen Bauprojekte - die Renovierung der Peter-und- Paulskirche Anfang der 1990er-Jahre und der Bau des Gemeindehauses in den Jahren 2007 bis 2009 begleitete er nicht nur theoretisch, sondern er packte auch selber mit an. "Der Neubau unseres Gemeindehauses, das war eine große Sache", berichtet Friedrich Knödler. "Wir haben etwa 40 Jahre lang darauf gespart, einige Jahre geplant, mit dem Denkmalamt gestritten, bis wir den Vorgängerbau abreißen durften, und schließlich mussten beim Bau alle mit anpacken. Rund 100 000 Euro Eigenleistungen stecken in dem Projekt."

Im neuen Gemeindehaus ist Platz für die zahlreichen Gruppen der Kirchengemeinde vom Purzeltreff bis zum Seniorenkreis. Hier probt auch der Posaunenchor, der eine aktive Jugendarbeit betreibt. Die Bläser leisten einen Beitrag zur Kirchenmusik, für die Honhardt über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist.

Kirche und bürgerliches Gemeindeleben sieht Friedrich Knödler in Honhardt in einem guten Miteinander. "Wenn ein Fest ausgerichtet wird, schaffen alle zusammen. Kirche, Gemeindeverwaltung und Vereine helfen und unterstützen sich gegenseitig", so Knödler. Auch die neu gegründete Bürgerhilfe Frankenhardt, in der er sich ebenfalls engagiert, zeige dies: "Das ist eine tolle Einrichtung, da wird christliche Hilfe praktisch umgesetzt."

Mit Sorge betrachtet der Rentner, der viele Jahre der freiwilligen Feuerwehr angehörte, jedoch die Entwicklung im Bereich der Pflege. Das Büro der Kirchlichen Sozialstation Frankenhardt ist ebenfalls im Gemeindehaus untergebracht und die Kirchengemeinde trägt die finanziellen Defizite des Pflegedienstes.

"Die Schwestern haben kaum Zeit für ein persönliches Wort, da die Kasse nur für die medizinischen Dienste zahlt", meint Friedrich Knödler, "dabei ist es wichtig, dass sie sich Zeit nehmen können für die Alten. Ich finde die alten Leute, die vor und für uns da waren, sollten diese Zuwendung erfahren."

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