Ein Chorkonzert zum Mitsingen

So geht Chorgesang heute. Der Liederkranz Sulzbach/Kocher beschreitet neue, sehr interessante Wege. Sein Frühjahrskonzert am Samstagabend war eine einzigartige Liebeserklärung an die Musik.

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  • Der "schwäbische Kosakenchor" aus Sulzbach am Kocher, dirigiert von Andrej Uschakow. 1/3
    Der "schwäbische Kosakenchor" aus Sulzbach am Kocher, dirigiert von Andrej Uschakow.
  • "Mein kleiner, grüner Kaktus": Der gemischte Chor des Liederkranzes wandelt auf den Spuren der "Comedian Harmonists". Fotos: Brigitte Hofmann 2/3
    "Mein kleiner, grüner Kaktus": Der gemischte Chor des Liederkranzes wandelt auf den Spuren der "Comedian Harmonists". Fotos: Brigitte Hofmann
  • Liederkranz Chef Johann Moll gratuliert Kurt Grüninger (rechts), der das Ehrenzeichen in Gold des deutschen Chorverbands für 50 Jahre aktives Singen erhalten hat. 3/3
    Liederkranz Chef Johann Moll gratuliert Kurt Grüninger (rechts), der das Ehrenzeichen in Gold des deutschen Chorverbands für 50 Jahre aktives Singen erhalten hat.
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Allein der Name Liederkranz Sulzbach/Kocher 1859 steht für Tradition. Ansonsten haben die beiden Chöre nichts mehr mit einem althergebrachten Gesangverein zu tun. Heute gehören neben klassischer Chorliteratur, Schlager und Hits in vielen Sprachen zum Repertoire. In den knapp 14 Jahren seines Wirkens hat Dirigent Andrej Uschakow für Qualität gesorgt und seine Chöre geformt.

Viele der beim Frühjahrskonzert vorgetragenen Sätze sind von ihm bearbeitet und individuell auf das Leistungsvermögen seiner Sängerinnen und Sänger zugeschnitten. Der Vollblutmusiker führt Regie, dirigiert, singt Solo und lässt zwischendurch die Finger auf den Akkordeon-Tasten tanzen. Während sich der gemischte Chor vorzugsweise international gab, besang der Männerchor die russische Seele. Der schön geschmückte Festsaal der Stephan-Keck-Halle bot den stilvollen Rahmen für eine Reise um die Welt in einem klasse Konzert.

Männerchor und gemischter Chor standen keinesfalls im Wettstreit, im Gegenteil, sie ergänzten sich. "Amazing Grace" im Bass hätte ebenso merkwürdig geklungen wie die "Zarenhymne" oder das "Einsame Glöcklein" im Sopran.

Das russische Konzert war der Höhepunkt im Jahr 2012 und soll auf Wunsch des Dirigenten im kommenden Jahr eine Neuauflage erfahren. Avisiert sind die "Original Ural Kosaken", die dann zusammen mit den Liederkranz-Männern auf der Bühne stehen sollen. Die russische Mentalität haben die Sulzbacher Sänger verinnerlicht und die Sprache beherrschen sie in Fragmenten. Man darf also gespannt sein.

Doch die Sulzbacher Sänger können auch anders: In "Heiliges Land" gefielen sie als gestandener Seemannschor, um sich kurz darauf als engagierter Gospelchor oder wie mit "La Montanara" in Manier eines Südtiroler Bergsteigerchors zu profilieren. Von Melancholie bis Lebenslust - der Chor kann alles und mit seiner gesanglichen Stärke jede Stimmung vermitteln.

Höhepunkt des Konzertes aber war das "Halleluja" von Leonard Cohen. Gesungen von Andrej Uschakow, untermalt vom gemischten Chor und begleitet auf der Gitarre von Markus Meng. So klingt Chormusik von heute, wenn sie auch junge Sängerinnen und Sänger und Zuhörer ansprechen, ja begeistern soll. "La Cucaracha" auf Mexikanisch - olé! "Time to say goodbye" auf Englisch und von Christa Brenner begleitet am Klavier - einfach klasse.

Obendrauf gab es ein Gute-Nacht-Lied, gesungen von allen, zum Schluss. Peter Kraft hatte die ehrenvolle Aufgabe, den Abend zu moderieren, was er gekonnt und charmant erledigte. Nicht zu vergessen der Musikverein Sulzbach, der bewirtete und köstliche Happen bereitstellte. Alles in allem: ein rundum gelungener Konzertabend!

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