Ein bisschen mehr Öko: Förderung durch ELR-Programm mit 3,77 Millionen Euro

In den Gemeinden des Kreises freuen sich Bürgermeister und private Bauherren: 3,77 Millionen Euro schüttet das ELR-Programm aus. Die strengeren ökologischen Auflagen werden offensichtlich akzeptiert.

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Neues Leben im alten Arnsdorfer Rathaus: Markus und Vanessa Vogt wollen mit ihren Kindern Micka (4) und Luca (1) in das Gebäude einziehen. Bürgermeister Frank Harsch (links) organisierte für den Umbau einen ELR-Zuchuss.  Foto: 

Wenn alles glatt läuft, ist Arnsdorf noch in diesem Jahr um zwei Schmuckstücke reicher: Ein zum Wohnhaus umgebautes Rathaus und eine Scheune, aus der ein Bürgertreff wird. "Das ist eine hervorragende Aufwertung des Ortsbildes", schwärmt der Braunsbacher Bürgermeister Frank Harsch. 49.000 Euro erhält er für den Arnsdorfer Bürgertreff. In das alte Rathaus kann dafür eine Familie einziehen - auch dies dank der Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Für Harsch ist das ein Beispiel für Entwicklungsanreize auf dem Land: "Man darf diese kleinen Ortschaften nicht vergessen."

Vor zwei Jahren musste die neue grün-rote Landesregierung harsche Kritik einstecken: Landwirtschaftsminister Alexander Bonde hatte die Förderrichtlinien geändert - und die ökologischen Auflagen verschärft. "Muss das sein?", fragen sich nun viele Antragsteller, weiß Helmut Wahl. Der Leiter des Amtes für Wirtschafts- und Regionalmanagement hält dies aber für normal: Wer Steuergelder bekommt, müsse auch Auflagen erfüllen.

An Attraktivität büße das ELR dadurch nicht ein. "Im Gegenteil", sagt Wahl, "die Zahl der Anträge nimmt zu. Die meisten sind entsprechend der ökologischen Vorgaben gestellt." Bei der Fördersumme ist der Landkreis auch weit vorne: Mit 3,77 Millionen Euro liegt der Kreis nur hinter dem Ostalbkreis mit 4,5 Millionen Euro. Für den Kreis Hall ist das deutlich mehr als im Vorjahr: 2012 flossen nur 2,99 Millionen Euro aus dem Fördertopf.

Das meiste Geld fließt nach Untermünkheim

Die ökologische Ausrichtung hält Wahl für sinnvoll. "So viel ist ja nicht neu. Das Ökologische wird einfach noch ein bisschen mehr betont." Beispielsweise ist die energetische Sanierung eines Gebäudes schon immer gefördert worden. Jetzt aber müssen Bauherren entsprechende Nachweise mit Berechnungen des Architekten vorlegen. Das gibt Anlass zu Kritik: Das Programm müsse praktikabel bleiben und dürfe nicht "durch mehr Bürokratie überfrachtet" werden, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete Friedrich Bullinger. Wahl stören die Öko-Auflagen nicht. "Wenn das Ökologische nicht weiter verschärft wird, ist das eine gute Sache."

Für ihre Großprojekte haben die Gemeinden im Landkreis schon in den vergangenen Jahren viel Geld erhalten. Die Weinbrennerhalle in Untermünkheim wurde beispielsweise dank ELR saniert. Bürgermeister Christoph Maschke schätzt das ELR aber als Unterstützung für das örtliche Gewerbe: "Es ist eine tolle Anschubfinanzierung für Projekte, die sonst nicht umgesetzt würden." Es würden Arbeitsplätze geschaffen und Firmengründer stabilisiert.

Im Haller Land fließt das meiste Geld nach Untermünkheim. 75 Prozent aller gewerblichen Projekte im Ort werden gefördert - zum Beispiel eine neue Maschinenhalle mitsamt Dämmung, Fotovoltaikanlage und Regenwassernutzung oder eine Fischtreppe in Enslingen. So sei das Programm ein Motor, damit sich Gewerbebetriebe in ländlichen Gegenden dauerhaft niederlassen können, sagt Maschke. Er ist überzeugt: "Das bringt uns weiter in der infrastrukturellen Entwicklung."

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