Ehrenobermeister der Zimmerer: Obersontheimer Heinz Gärtling feiert 75. Geburtstag

Seine Auszeichnungen und Urkunden schmücken ganze Wände: Heinz Gärtling aus Obersontheim. Heute, Mittwoch, feiert der Ehrenobermeister der Zimmererinnung Schwäbisch Hall seinen 75. Geburtstag.

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Im Dezember 2010 erhielt Heinz Gärtling den Goldnen Meisterbrief. Privatfoto

40 Jahre lang war er selbstständig. Inzwischen genießt Heinz Gärtling den Ruhestand - mit der Familie, im Garten und auf der Jagd. Gärtling wurde am 27. März 1938 in Hall geboren. Sein Vater betrieb in Obersontheim ein Zimmerergeschäft. Dort wuchs Heinz Gärtling mit seiner Schwester auf. In Sulzdorf erlernte er den Beruf des Zimmermanns und machte 1955 die Gesellenprüfung. Gärtling arbeitete in der Schweiz, in Villingen-Schwenningen und in Reutlingen. 1960 legte er dort als jüngster Teilnehmer die Meisterprüfung ab.

Danach stieg er mit seiner Ehefrau Waldtraud (geborene Förstner) ins Säge- und Holzbauunternehmen Glasbrenner und Förstner in Sulzdorf ein. 1980 wurde das Unternehmen nach Ausscheiden eines Gesellschafters in Gärtling Holz- und Fensterbau umfirmiert.

Heinz Gärtling leitete den Betrieb 40 Jahre lang. Bis zu 30 Mitarbeiter wurden in Spitzenzeiten beschäftigt. 1983 hat er die Fensterbauabteilung mit einer automatisierten Fertigungsanlage erweitert und die EDV eingeführt. Das Familienunternehmen bildete mehr als 30 Lehrlinge aus.

Während dieser Zeit hat sich Gärtling in vielen Ehrenämtern engagiert. 1976 wählte ihn dann die Zimmererinnung Hall zum Obermeister. 21 Jahre lang bekleidete er dieses Amt, zudem war er im Vorstand der Kreishandwerkerschaft aktiv sowie in der Vollversammlung der Handwerkskammer Heilbronn. 1997 gab er sein Amt in jüngere Hände und wurde zum Ehrenobermeister ernannt. Für seine Verdienste erhielt er die silberne Ehrennadel des Handwerks. Überdies war er 17 Jahre im Aufsichtsrat der früheren Sulzdorfer Bank und der VR-Bank Hall sowie mehrere Jahre Schöffe beim Landgericht Heilbronn.

Auch als Rentner ausgelastet

Ende der 90er Jahre brach im Fensterbau der Markt ein. Dumpinganbieter machten den Fensterbauern zu schaffen. "Als Kämpfertyp, der nicht gleich aufgibt, wollte ich nicht gleich die Flinte ins Korn werfen", sagt Gärtling. Doch der Preiskampf veranlasste ihn 1999 zur Stilllegung des Unternehmens. Den Mitarbeitern half er, dass sie von anderen Betrieben übernommen wurden. "Es ist mir sehr schwer gefallen, aber ich habe damals die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen", sagt der er rückblickend.

Seit dem Rückzug aus dem Betrieb nimmt sich Gärtling mehr Zeit für seine Familie. Fünf Enkelkinder und zwei Urenkel erfreuen ihn. Seit 42 Jahren ist er passionierter Jäger, Jagdpächter, erfolgreicher Hundeführer, und er war neun Jahre Hegeringleiter. Auch heute ist er ein engagierter Vertreter der Jagd.

Gärtling erfreut sich guter Gesundheit, der Arbeit im Garten bei seinen Bienen und seinem geliebten Obersontheimer Jagdrevier. Seit mehr als 25 Jahren singt er im Obersontheimer Kirchenchor. Heinz Gärtlings Leitspruch: "Den gesunden Menschenverstand walten lassen und das Machbare erstreben."

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