Düstere Weihnacht

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Und Jesus sprach: "Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Die Gaggstatter Straßenlaternen wiederum scheinen einigen Sinn für Ironie zu haben, denn pünktlich zum Weihnachtsfest wurde es in dem Kirchberger Teilort zappenduster.

In der Woche vor den Feiertagen schon, just zur dunkelsten Zeit des Jahres, sprang die Sicherung der Lichter immer wieder heraus, wurde wieder installiert, sprang wieder heraus, wurde wieder installiert. Am Tag vor dem vierten Advent ging dann gar nichts mehr.

Ein Elektriker trat an, setzte eine stärkere Sicherung ein. Für ein paar Stunden war Gaggstatt hell erleuchtet, dann - dunkel. Es kam ein Experte der EnBW ODR, wieder mit einer stärkeren Sicherung, wieder mit Licht auf Zeit. So mussten sich die Gaggstatter zumindest am Heiligen Abend nicht in Richtung Kirche vortasten. Um 23 Uhr aber versank das Dorf in schwarzer Nacht - und so bliebs über die Feiertage.

Zuletzt haben die Laternen wieder gebrannt. Nur provisorisch freilich. "Da ist wohl irgendein Erdkabel defekt", sagt Ortsvorsteher Gerhard Stahl. In der kommenden Woche soll ein Messwagen für Klarheit darüber sorgen, wo zwischen Schaltkasten und Glühbirne der Fehler liegt.

Bis dahin werden die Gaggstatter wohl noch manche dunkle Stunde verleben müssen. Vielleicht sollten sie es als Chance begreifen: Wer nimmt das Licht der Welt schon wahr, wenn eh alles hell erleuchtet ist? Die biblischen Hirten jedenfalls waren ebenso wenig wie die drei Weisen aus dem Morgenland auf die EnBW angewiesen, um den Weg zum Stall zu finden.

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