Dreijährige in die Talheimer Schule

Da im Kindergarten Markgrafenallee bald alle Plätze für Dreijährige belegt sind, soll eine neue Ü3-Gruppe in der Schule untergebracht werden. Eine Erweiterung des Kindergartens lehnte der Rat ab.

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Dem Wunsch der Eltern entspricht die Absage des Erweiterungsbaus nicht. Sie hatten in einem Bürgerantrag vorgeschlagen, zusätzliche Räume in Modulbauweise zu errichten. Für Unmut bei ihnen hatte nämlich ein Gemeinderatsbeschluss vom 25. März gesorgt: Statt in den voll belegten Kiga-Markgrafenallee sollten ihre Kinder nach Großaltdorf in den Kindergarten gehen. Dort gibt es genug freie Plätze für Dreijährige.

Große Sorgen bereitet den Eltern die weite Fahrt mit dem Bus. Vor allem morgens sei es in einem vollem Bus gemeinsam mit Schülern für Dreijährige zu gefährlich, argumentierten sie unter anderem. Der Transport mit dem eigenen Auto würde mit rund 500 Kilometer im Monat und täglich 40 Minuten Fahrzeit zu Buche schlagen. Die meisten Eltern hätten sich bewusst für den Wohnort Vellberg entschieden, weil der Kindergarten Markgrafenallee zu Fuß erreichbar ist, erläuterten Sabrina Rössle, eine der Initiatorinnen des Bürgerantrags, und Frank Bartenbach in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Sie fand im Mehrzweckraum der Stadthalle statt und bot Platz für die rund 60 Eltern, die die Sitzung als Zuhörer verfolgten.

Da die Erweiterung laut Berechnungen von Kämmerer Oliver Taubald unwirtschaftlich ist, lehnte der Rat den Antrag einstimmig ab. Als Kompromiss bot die Stadtverwaltung leere Klassenzimmer im sogenannten Neubau der Schule in Talheim an. Sie könnten mit relativ wenig Aufwand zu Gruppenräumen umgestaltet werden, sagte Bürgermeisterin Ute Zoll. Als Zwischenlösung, wie sie betonte. Vom Kommunalverband für Jugend und Soziales, der für die Genehmigung von Kindergärten zuständig ist, habe sie bereits das Okay dafür erhalten. Eine Arbeitsgruppe aus dem Kiga-Elternbeirat, Stadträten und Kiga-Fachberatern solle die Einzelheiten ausarbeiten. Langfristig, wenn Vellberg nur noch eine Grundschule hat, schwebt Zoll dort ein Bildungshaus vor. "Vorher ist aber eine Generalsanierung nötig", stellte sie klar. Die Stadt lasse gerade eine Machbarkeitsstudie dazu erstellen.

Wann die neue Gruppe im Schulgebäude startet, ist noch nicht ganz klar, weil Anfang 2015 erst wenige Kinder drei Jahre alt sind. Eine so kleine Gruppe sei pädagogisch wenig sinnvoll, bemängelte nicht nur Stadtrat Walter Neumann. Er regte an, die Ü3-Gruppe zunächst im Kindergarten Talheim einzurichten und gleichzeitig die Schulräume umzubauen. Dort sollten danach alle Krippenkinder betreut werden. Die Antwort der Bürgermeisterin: Da die Ü3-Plätze dort nur für ein Jahr reichen würden und der Umbau in der Zeit nicht zu schaffen sei, gäbe es wieder nicht genügend Plätze. Mit der auf drei Jahre angesetzten Lösung in der Schule hätte man dagegen kein Platzproblem.

Begeistert waren die Eltern der 31 Kinder von dem Vorschlag nicht. Ihre Kinder seien isoliert von den anderen, es fehlten ältere Spielkameraden, erklärten sie nach der Sitzung. Außerdem befürchten die Eltern von jetzigen Krippenkindern eine erneute mehrwöchige Eingewöhnungsphase.

Die frei werdenden Plätze in der Markgrafenallee sind für Kinder, deren Geschwister schon im selben Kiga sind, reserviert. Nach den Sommerferien 2016 rechnet die Verwaltung dort wieder mit genügend Plätzen für Dreijährige. Mit einer Enthaltung beauftragte der Rat die Verwaltung, ein Konzept für die Kindergartenplätze in der Schule zu erstellen. Der Kindergarten Großaltdorf wird bei sinkenden Kindern künftig wohl mit einer 22-Kinder-Gruppe und einer Kleingruppe fortbestehen, so Ute Zoll. Dort werde dann eine Gruppenleiterin weniger benötigt.

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