Doppelt hält auch sehr gut

Doppeltes Glück: Olga Strecker und Alice Stöhr trugen einst den Nachnamen Pfarr. Bis die Schwestern heute vor 50 Jahren heirateten - in derselben Kirche, zur selben Stunde, mit denselben Gästen.

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Vor 50 Jahren feierten sie gemeinsam Hochzeit (siehe Bild im Vordergrund), heute verstehen sich noch immer alle prächtig. Von links: Alice-Adele und Friedrich Stöhr aus Wolfskreut, Olga und Kurt Strecker aus Raboldshausen. Foto: Sebastian Unbehauen

Die Pfarrs haben viel miteinander durchgemacht. In Oberschlesien wurden sie geboren, fünf Schwestern waren sie, der Vater in Gefangenschaft, die Familie auf der Flucht nach Westen - über Breslau und Friedland bis nach Windisch-Bockenfeld. Das schweißt zusammen. So sehr sogar, dass Olga und Alice im Jahr 1963 gemeinsam vor den Altar traten.

An den Gatten freilich kam jede für sich. Olgas Kurt aus Billingsbach fuhr mit seinem 400er Lloyd "auf Brautschau auf den Fasching in Schrozberg", wie er sich selbst erinnert. "Das war am Samstag, und am Sonntag habe ich sie dann schon bestellt" - zu sich, heimlich. "Von da an hats eingehauen." Der Schwiegervater wiederum roch alsbald Lunte und holte den Burschen zu sich ins Haus. Jetzt war Kurt Strecker offiziell willkommen und die Sache geklärt.

Alice indes verguckte sich schon in ganz jungen Jahren in ihren Friedrich, als sie in Schrozberg die Schule besuchte und er gegenüber als Maurers-Stift in einem Baugeschäft arbeitete. "Da haben wir uns gerne gesehen", sagt Friedrich Stöhr. Und auch der junge Mann aus Wolfskreut war fortan gern gesehen im Hause Pfarr.

Als es dann ans Heiraten ging, war wiederum der "alte Herr" der Bräute die treibende Kraft hinter der Idee der Doppelhochzeit. Schließlich galt es, das knappe Geld zusammenzuhalten. Rosarote Romantik jedenfalls war damals eher die Ausnahme - es "ferschelte" sich eben. "Also, auf die Knie ist mein Mann nicht gefallen", erinnert sich Alice Stöhr und lacht. "Aber auf den Knien sind wir genug auf Baustellen herumgerutscht." 1962 nämlich hatten die Stöhrs ein Fliesengeschäft eröffnet - und fortan kaum mehr Freizeit gehabt. Die Streckers indes bauten in Raboldshausen ein Haus. Beide Paare zusammengenommen haben fünf Kinder (zweimal Strecker, dreimal Stöhr) und sieben Enkel (viermal Strecker, dreimal Stöhr).

Heute feiern sie gemeinsam in der Herrgottskirche zu Creglingen - wie damals. Denn sowohl das Billingsbacher als auch das Schmalfeldener Gotteshaus wurden anno 1963 renoviert. In der Liederhalle heiraten wollten sie nicht. Mit dem Segen von oben haben sowohl zwei Ehen als auch die Freundschaft zwischen den Paaren gehalten. Und ein fester Wille hat dabei auch geholfen. Alice Stöhr: "Man muss jeden Tag noch einmal Ja sagen und darf nicht gleich davonrennen."

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