Die Methoden der neuen Festkultur

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Jürgen Merwald und Dietmar Winter haben einige Methoden vorgestellt, mit denen Veranstalter sich ihr Fest wieder zurückholen können:

Früher anfangen: Wenn das Hauptprogramm tatsächlich spätestens um 21 Uhr beginnt, kommen die Besucher auch wieder früher. Zumindest die, die das Programm und damit das Fest interessiert.

Voller Eintritt bis 1 Uhr: Oft wird die Kasse nach 23 Uhr geschlossen. Für die Jugendschützer "fatal". Dietmar Winter: "Die, die danach kommen, interessiert das eigentliche Fest nur sekundär. Die wollen hauptsächlich günstigen Alkohol."

Party-Pass: Da der Personalausweis nicht mehr hinterlegt werden darf, empfehlen Jugendschützer, von jungen Besuchern einen Party-Pass zu verlangen. Der kann im Internet heruntergeladen werden und wird mit den persönlichen Daten sowie einem Foto des Besuchers versehen. Beim Eingang wird der Pass mit dem Ausweis des Besuchers verglichen und einbehalten. Beim Verlassen der Veranstaltung holt der Jugendliche den Pass wieder ab. Tut er das nicht, wird es unangenehm: Liegengebliebene Pässe werden an die Heimatgemeinde geschickt. Und die meldet sich bei den Eltern, die hoffentlich von ihrem Kind Rechenschaft verlangen. Bleibt der Pass ein zweites oder gar drittes Mal liegen, nimmt das Jugendamt Kontakt mit den Eltern auf.

One Way Ticket: Um zu verhindern, dass Jugendliche das Fest verlassen, um auf dem Parkplatz harten Alkohol zu trinken, sollen Eintrittskarten beim Verlassen des Geländes verfallen. Erwachsenen Rauchern kann ein umzäunter Außenbereich abseits des Eingangs angeboten werden, zum Beispiel an einem Notausgang, so Merwald.

Ende Gelände: Jede Halle hat, je nach Veranstaltung und Bestuhlung, eine Maximalzahl an Besuchern. Veranstalter sollten dafür sorgen, dass diese nicht überschritten wird. Notausgänge müssen freigehalten und erkennbar sein.

Programmschluss 1.30 Uhr: Spätestens dann soll Schluss sein mit dem Programm. Ausschank und Musik können weiterlaufen, bis eine halbe Stunde vor Ende der Veranstaltung. Dann ist auch damit Schluss.

Schluss um 3: Allerspätestens um 3 Uhr sollte das Fest beendet und die letzten Gäste hinauskomplimentiert sein. Die Polizei empfiehlt Veranstaltern von größeren Festen inzwischen, mit gewerblichen Sicherheitsdiensten zusammenzuarbeiten, die den Ehrenamtlichen die "Dreckarbeit" abnehmen können.

Ampel-Armband: Bei Veranstaltungen mit Eintritt erhalten Besucher je nach Alter ein andersfarbiges Armband, das den Mitarbeitern an der Theke auch signalisiert, ob und in welcher Form Alkohol an den Betreffenden ausgeschenkt werden darf. Bei Freiluftveranstaltungen wie dem Kohlwaldfest könnte Alkohol nur noch an diejenigen ausgeschenkt werden, die ein entsprechendes Armband tragen, das es kostenlos gegen Vorlage des Ausweises gibt: Um zu vermeiden, dass Ältere Jüngeren alkoholische Getränke besorgen, kann der Veranstalter vereinbaren, dass pro Person nur ein Getränk auf einmal abgegeben wird, denn: Kein 18-Jähriger hat Lust, den ganzen Abend über anzustehen, um den Rest mit Alkohol zu ver-

sorgen.

Und der "Persilschein"? Bei Jugendlichen beliebt ist der "Persilschein", die sogenannte "Erziehungsbeauftragung". Damit übertragen Eltern ihre Rechte für die Zeit der Party auf einen Volljährigen. Der Jugendliche kann damit auch nach der gesetzlich festgelegten Zeit auf der Party bleiben - er hat ja einen "Erziehungsberechtigten" dabei. Eltern sollten genau hinschauen, wem sie dieses Recht übertragen, mahnt Winter. Und junge Erwachsene sollten sich gut überlegen, ob sie sich als Beauftragter eintragen lassen - denn sie übernehmen damit die Pflicht, auch tatsächlich dafür zu sorgen, dass der Jugendliche keinen Verstoß begeht. Für entsprechende Folgen haften sie dann nämlich in vollem Umfang. pez

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