DIE IDEE

Der Begriff "Gemeinwohl-Ökonomie" geht auf den Österreicher Christian Felber zurück. Dieser wurde 1972 in Salzburg geboren. Er studierte Romanische Sprachen, Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Madrid.

|
Vorherige Inhalte
  • Christian Felber ist eine Art Handelsreisender in Sachen Gemeinwohl. Privatfoto 1/2
    Christian Felber ist eine Art Handelsreisender in Sachen Gemeinwohl. Privatfoto
  • Das Buch zur Idee ist im Verlag Deuticke erschienen. 2/2
    Das Buch zur Idee ist im Verlag Deuticke erschienen.
Nächste Inhalte

Felber gehört zu den prominentesten Globalisierungskritikern in Österreich und ist Mitbegründer der Organisation "Attac".

2010 veröffentlichte Felber das Buch "Gemeinwohl-Ökonomie". Darin entwirft er das Bild einer Alternative zur heutigen Form der Marktwirtschaft. Freilich soll die Idee nicht als von oben verordnete Medizin verstanden werden. Vielmehr ist sie offen für demokratische Beteiligung von unten. Was Gemeinwohl ist, welche Kriterien Unternehmen zu erfüllen haben, wo Lohn-Obergrenzen liegen sollen, wie viel Geld vererbt werden darf - all das soll in einer gesellschaftlichen Diskussion erörtert werden. Diese hat bereits begonnen. Schon 1571 Unternehmen unterstützen heute die Idee, darunter auch der Holzhof in Dünsbach (siehe großer Artikel links), der Quellhof in Mistlau und der Tempelhof in Kreßberg.

Einige Auszüge aus dem Buch Felbers sollen im Folgenden einen Eindruck von der Idee der Gemeinwohl-Ökonomie vermitteln.

Der Grundgedanke: "In unseren Freundschafts- und Alltagsbeziehungen geht es uns gut, wenn wir menschliche Werte leben: Vertrauensbildung, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Respekt, Zuhören, Empathie, Kooperation, gegenseitige Hilfe und Teilen. Die ,freie Marktwirtschaft beruht auf den Systemspielregeln Gewinnstreben und Konkurrenz. Diese Anreizkoordinaten befördern Egoismus, Gier, Geiz, Neid, Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit. Dieser Widerspruch ist (. . .) eine kulturelle Katastrophe."

Das Ziel: "Der Anreizrahmen für die individuellen Wirtschaftsakteure muss umgepolt werden von Gewinnstreben und Konkurrenz auf Gemeinwohlstreben und Kooperation. Neues Ziel aller Unternehmen ist es, einen größtmöglichen Beitrag zum allgemeinen Wohl zu leisten."

Die Gemeinwohl-Bilanz: "Der Gewinn ist nur noch ein Mittel für klar definierte Zwecke. Dem, was heute als ,Überschießen des Kapitalismus, als ,Maßlosigkeit und ,Gier erlebt wird, wird ein Ende gesetzt. (. . .) Die Gemeinwohl-Bilanz misst, wie die zentralen Verfassungswerte, die das Gemeinwohl komponieren, von den Unternehmen gelebt werden (. . .): Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Demokratie. (. . .) Je mehr Gemeinwohl-Punkte ein Unternehmen erzielt, desto mehr rechtliche Vorteile soll es genießen. (. . .) Mit dem Testat der Gemeinwohl-AuditorIn gilt die Bilanz, und das Unternehmen fällt automatisch in eine bestimmte Mehrwertsteuerstufe, Zolltarifstufe, Kreditkonditionenklasse."

Holzhof-Geschäftsführer Jörg Kunze aus Dünsbach legt Gemeinwohl-Bilanz vor

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Von Wolpertshausen nach Berlin

Aus Wolpertshausen mit seinen 1200 Einwohnern kam man lange kaum weg. Jetzt fährt von hier aus ein Flixbus in die Hauptstadt. Wer braucht diese Verbindung? weiter lesen