Die Fröbelschule Ellrichshausen kooperiert mit vielen Partnern

An der Fröbelschule Ellrichshausen werden Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung auf das außerschulische Leben vorbereitet. Eine gute Beziehung zwischen Schülern und Lehrern ist Basis für den Erfolg.

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"Komm, spiel mit", heißt es gleich zur Begrüßung. Im Foyer der Fröbelschule Ellrichshausen liefern sich drei Schüler der Hauptstufe ein packendes Kickerturnier. Ein Platz am Tischkicker ist noch frei. "Achtung, die sind richtig gut", warnt Schulleiterin Hildegard Saur, "im letzten Schuljahr haben unsere Schüler einige Neuntklässler vom ASG herausgefordert. Da hatten die Gymnasiasten keine Chance." In manchen Dingen richtig gut sein, vielleicht sogar besser zu sein als andere, das ist etwas, was den 62 Schülern, die die Fröbelschule in Ellrichshausen besuchen, gut tut. Die fünf Sonderschullehrerinnen, elf Fachlehrer, der technische Lehrer, die Betreuerin und die drei Integrationshelfer bemühen sich, ihren Schülern viele solcher Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

Deshalb bietet der Stundenplan neben den Fächern Deutsch, Mathematik, Sport und Schwimmen, Religion und Sachkunde an der Schule für Geistigbehinderte noch viel Raum für individualisiertes Lernen. Die Schulung von Wahrnehmung und Motorik, Kognition, Sprache und Sozialverhalten sind ebenso wichtig und manchmal sogar Voraussetzung fürs Lesen, Schreiben, Rechnen lernen. "Das Lernen findet bei uns hauptsächlich auf der Handlungsebene statt", erklärt Sonderschullehrerin Christiane Walz. "Jedes Kind hat seine Stärken und Schwächen, deshalb gibt es für jedes einen individuellen Lern- und Förderplan."

Das Bildungsziel der Sonderschule ist, jeden Schüler so selbstständig wie möglich zu machen. "Wir wollen unsere Schüler nach der Berufsschulstufe so entlassen, dass sie ihr Leben so selbstbestimmt wie möglich und mit größtmöglicher Teilhabe am gesellschaftlichen Leben meistern können", erklärt Christiane Walz.

Deshalb werden von der Grundstufe bis zur Abschlussklasse immer wieder alltägliche Handlungen eingeübt. Regelmäßig kocht eine Schulklasse ihr Mittagessen selber. Die Berufsschulstufenschüler essen einmal wöchentlich in Crailsheim im evangelischen Jugendwerk oder im Jugendbüro. Jeden Donnerstag fahren die Schüler der Hauptstufe mit dem Bus nach Crailsheim. Dort erledigen sie Einkäufe oder gehen ins Café. "Heute haben wir Servietten und Chips für die Faschingsparty gekauft", berichtet der zehnjährige Marcel nach dem Stadtbesuch. "Und wenn wir ins Café kommen, sagen wir immer Hallo."

Gemeinsames Fußballprojekt

Die Fröbelschule kooperiert mit Schulen in Satteldorf, Crailsheim und Gaggstatt. An der Grund- und Hauptschule Satteldorf gibt es eine Außenklasse. Die sieben Kinder der Fröbelschule lernen mindestens zwei Schulstunden täglich gemeinsam mit den Satteldorfer Grundschulkindern. "Das erfordert eine hohe Flexibilität und viele Absprachen, aber letztlich ist es bereichernd für alle: Vom Austausch profitieren die Schüler und die Lehrer beider Schulen", erzählt Fachlehrerin Stefanie Görner. Darüber hinaus gibt es ein gemeinsames Kunstprojekt zwischen Hauptstufenschülern und Viertklässlern. Zu Schulbegegnungskonzerten treffen die Schüler aus Ellrichshausen den Satteldorfer Grundschulchor sowie den Unterstufenchor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG). Mit dem ASG gibt es schon seit 2009 ein gemeinsames Fußballprojekt.

An der Johannes-Gutenberg-Förderschule in Gaggstatt soll zum neuen Schuljahr eine virtuelle Außenklasse eingerichtet werden, in der sechs Schüler der Fröbelschule inklusiv beschult werden (siehe Bericht auf Seite 9). Der Trend zur Inklusion ist auch in Ellrichshausen spürbar. "Inklusion hat gute Ansätze. Für ein Kind mit Behinderung ist es aber nicht immer der richtige Weg, weil es in einer Regelklasse keine Chance hat, mitzuhalten", betont Hildegard Saur, die es wichtig findet, ihren Schülern an der Fröbelschule einen geschützten Raum zu bieten. Für mehr Gemeinsamkeit für Kinder mit und ohne Behinderung hat die Schulleiterin eine andere Idee: "Unser Wunsch wäre, eigenständige Schule zu bleiben mit einem eigenen Schulgebäude, das direkt an eine Regelschule anschließt. Dann hätten wir einen gemeinsamen Pausenhof, kurze Wege und die Möglichkeit zu kooperieren, wo es Sinn macht. Das wäre ideal."


Die Fröbelschule ist eine staatliche Schule für Geistigbehinderte in Trägerschaft des Landkreises Schwäbisch Hall. Zurzeit besuchen sie 62 Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung und allgemeiner Entwicklungsverzögerung in der Grundstufe (Klasse 1 bis 4), Hauptstufe (Klasse 5 bis 9) und Berufsschulstufe (Klasse 10 bis 12). Im pädagogischen Bereich arbeiten 21 Lehrer und Betreuer.

Der Schule angeschlossene Förderangebote: ambulante Frühförderung, Frühberatung im Elternhaus oder dem örtlichen Regelkindergarten und ein Schulkindergarten.

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