Diak-Chef Geißel ist wieder weg

Personalkarussell: Altmayer-Nachfolger geht, Klinik-Geschäftsführer Münch ebenfalls

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Kaum da, schon wieder weg: Nach einem halben Jahr am Diak hat der kaufmännische Vorstand Volker Geißel das Handtuch geworfen. Auch einer der beiden Klinik-Geschäftsführer, Rainer Münch, ist weg. Schwäbisch Hall. So mancher Diak-Mitarbeiter wundert sich, wer in den oberen Etagen ein- und ausgeht. Vor einem halben Jahr wurde Volker Geißel begrüßt. Er sollte Nachfolger von Peter Altmayer werden. Das Werk hatte sich im Juni 2012 von Diak-Finanzvorstand Altmayer getrennt. Doch schon vor vier Wochen wurde sein Nachfolger, Volker Geißel, wieder verabschiedet. Wie kam es dazu? „Dahinter verbirgt sich nichts Dramatisches“, versucht Aufsichtsratsvorsitzender Ehrhard Steffen zu beschwichtigen. „Es war von Anfang an auf Interim angelegt.“ Geißel, der ehemalige Verwaltungsdirektor der Diakonissenanstalt Stuttgart, sollte seine Ideen am Haller Diak umsetzen. Er trat am 1. Juli 2012 in Stuttgart in Ruhestand, wurde überzeugt, in Hall ein neues Betätigungsfeld zu finden. Der als erfolgreicher Klinikmanager angesehene Geißel war jahrelang im Diak-Aufsichtsrat. Langjähriger Bausparkassen-Personalvorstand Steffen sagt: „Ich habe ihn ein bisschen überredet.“ Geißel stimmte zu – für eineinhalb bis zu zwei Jahre. Er blieb sechs Monate. Der begeisterte Audi-TT-Fahrer hat wohl nicht mit den vielen Staus um Stuttgart gerechnet, vermutet Steffen. Geißel fuhr allabendlich zurück nach Aichtal, wollte nicht in Hall Quartier beziehen. Zudem stellte sich heraus, dass die Aufgabe in Hall mehr als nur ein weiteres Amt war – von denen Geißel einige innehat. „Man muss vor Ort sein“, sagt Steffen. Nachfolger von Geißel wird Gerd Kälin, Personalchef des Diakoniewerks. Der Aufsichtsrat hat entschieden, ihn als „besonderen Vertreter“ einzusetzen. Noch eine Änderung: Rainer Münch – neben Dr. Peter Haun Geschäftsführer des Klinikums – ist seit Dezember weg. Steffen will öffentlich wenig sagen, betont aber: „Dem Mann ist nicht gekündigt worden.“ Münch hat einen neuen Job. Das HT hat ihn bisher nicht telefonisch erreicht. Seine Aufgaben übernimmt Diak-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Lenke. Steffen sagt über den Weggang von Münch: „Manchmal ist es besser, man hat eine schlagkräftige Gruppe, als dass man einer mehr ist.“ Unterm Strich wird die Vorstands- mit der Geschäftsführerebene enger verzahnt. Das sei nötig, weil die Führung in der Vergangenheit weit weg von Ärzten und Mitarbeitern war, deutet Steffen an. Aber warum geht vieles hoppla-hopp? Staus um Stuttgart, große Aufgaben – waren die Herausforderungen nicht schon vor Amtsantritt von Geißel bekannt? Volker Geißel war für eine persönliche Stellungnahme nicht zu erreichen, Hans-Joachim Lenke ist derzeit verreist, will sich erst in Ruhe nächste Woche äußern. Steffen vermutet: „Geißel wird die Arbeit am Diak ein wenig unterschätzt haben.“ Nachdem einige Jahre lang Themen liegen geblieben sind, werde man nicht immer „mit offenen Armen empfangen“, wenn man Änderungen durchsetzt. Derzeit wird das Kostensenkungsprogramm „Diakonie mit Zukunft“ umgesetzt. Dabei werden Arbeitsabläufe optimiert. Erste Ergebnisse der Reformen sind: Das Diak trennte sich vom großen Bereich der Behindertenhilfe und die offene Tagesbetreuung von Senioren wurde beendet. Hinter vielen Veränderungen steckt Ehrhard Steffen, der im November 2010 den Aufsichtsrat übernahm. So wurde die Gesundheitsholding mit dem Landkreis beendet. Die nackten Zahlen geben dem Reformkurs von Steffen derzeit recht: Das Diak machte 2011 und auch 2012 Gewinne. Mit denen soll der Neubau der Klinik finanziert werden. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg machen 60 Prozent der Krankehäuser Verluste, darunter das in Crailsheim und das Hohenloher Krankenhaus mit Standorten in Öhringen und Künzelsau.

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