Deutschland sucht den Superstar

Gedanken zum Sonntag von Pfarrerin Elke Maier aus Crailsheim.

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Kennen Sie diese Dame noch? Elli gewann die zweite Staffel von DSDS. Sie wollte sich in kein Korsett zwängen lassen und wurde fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel. "Stars und Sternchen kommen und gehen, aber Jesus bleibt für die Ewigkeit", schreibt Pfarrerin Elke Maier aus Crailsheim. Archivfoto: RTL/Gregorowius

Immer extravaganter, immer schriller. Je ausgefallener desto abgefahrener.

Wir leben in einer Zeit der Superlative. Jeder will der Erste sein, und der dritte Platz auf dem Siegertreppchen wird schon kaum mehr beachtet. Erfolg, Anerkennung und Beliebtheit sind die Kategorien, nach denen wir uns messen lassen und denen wir uns unterordnen. Kaum ist ein Etappenziel erreicht, wird das nächste schon anvisiert. Niemand wagt es mehr zur Ruhe zu kommen, man könnte ja etwas verpassen oder zu kurz kommen. Ob im Beruf oder im Privatleben, überall stehen wir unter dem Zwang, das Beste geben zu müssen.

Wir ächzen unter dem Stress im Büro und in der Firma, die Krankmeldungen steigen besorgniserregend an, die Unzufriedenheit nimmt zu. Die Folgen sind allgemein bekannt: magersüchtige Mädchen, Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen, Depressionen und Burn-out unter den Erwachsenen.

Die Medien tragen das Ihre dazu bei, uns ständig anzuspornen mehr aus uns zu machen. Dabei werden heute noch umjubelte Stars, die sich in ihrem Erfolg sonnen, beim geringsten Anlass fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.

So war es auch am Palmsonntag vor Jesu Kreuzigung. Die Massen jubelten Jesus bei seinem triumphalen Einzug in Jerusalem begeistert zu und säumten die Straßen, um einen Blick auf ihn zu erhaschen.

Sie riefen "Hosianna, dem Sohn Davids", legten ihm ihre Kleider als Teppich vor die Füße und wedelten mit Palmzweigen zum Zeichen des nahenden Sieges. Sie erwarteten viel von Jesus. Er vereinte die Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit einer ganzen Nation in sich, sollte er sein Volk doch von der verhassten römischen Besatzung befreien. "Hosianna - Herr, hilf!", Jesus, der neue König, der verheißene Retter.

Keine fünf Tage später skandierten dieselben Menschen "Kreuziget ihn!" und verhalfen lieber einem verurteilten Verbrecher zur Amnestie, als noch einen Gedanken an Jesu weiteres Schicksal zu verschwenden. Auch Jesus hatte die Erwartungen, die an seine Person geknüpft waren, nicht erfüllt. In den Augen der Masse hat er kläglich versagt, indem er sich wie ein Lamm zur Schlachtbank hat führen lassen.

Und dennoch hat er durch sein Verhalten den Sieg davongetragen.

Er ging seinen Weg konsequent zu Ende und wurde am Kreuz verherrlicht. Und noch heute, nach mehr als 2000 Jahren, ist er Vorbild und Lebensinhalt für Millionen von Menschen.

Jesus bleibt inmitten der sich überstürzenden Ereignisse seines Verrats, seiner Gefangennahme und seines Verhörs seltsam ruhig und gelassen. Um ihn herum herrscht Chaos. Die Jünger flüchten, Petrus, der Stein und Bein geschworen hatte, dass er lieber sterben würde, als ihn fallenzulassen, verleugnet ihn und beteuert, er habe ihn nie gekannt. Loyalität und Freundschaft zählen nichts mehr.

Enttäuschte Erwartungen. Und doch können uns gerade die Ereignisse der Karwoche vor Augen führen, dass es nicht die Superlative sind, die in dieser Welt zählen. Nicht die Äußerlichkeiten, die heute gelten und morgen out sind.

Gott hat uns nach seinem Bilde erschaffen. Jeder von uns hat seinen eigenen Wert und ist von Gott angenommen und anerkannt.

Lassen wir uns nicht immer unter Druck setzen und von den Erwartungen unserer Umwelt treiben. Denn Stars und Sternchen kommen und gehen, aber Jesus Christus bleibt in Ewigkeit.

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