Deutsche Kolonien in Kamerun

Das Bismarck-Archipel, die Lüderitzbucht - ein paar geographische Namen auf Landkarten erinnern noch an das deutsche Kolonialreich. Jetzt erinnert auch das Sandelsche Museum an die Zeit von 1884 bis 1916.

|

"Unser Kamerun: 1884 - 1916", ist der Titel der Ausstellung. Das Sandelsche Museum hat noch Exponate aus jener Zeit, die ihm Baron Kurt von Crailsheim und Missionskaufmann Ludwig Hoffmann (Leukershausen) aus Kamerun geschickt haben.

Reichskanzler Bismarck, der zunächst koloniale Erwerbungen ablehnte, änderte seine Einstellung unter dem Druck der Wirtschaft in den 1880er Jahren. Er ließ sogenannte Schutzverträge ausstellen, zum Beispiel am 14. Juli 1884 an der tropischen Küste von Kamerun. Damit begann dort die deutsche Herrschaft, die sich nach vielen Kämpfen bis an den Tschad-See in der Sahel-Zone erstreckte. Neben den Kaufleuten und Pflanzern, die an Handel und Produktion von Rohstoffen interessiert waren, kamen Missionare, Lehrer und Soldaten, die das afrikanische Land "befrieden" und verwalten sollten.

1900 kam Kurt Strümpell (1872 - 1947) aus Braunschweig als junger Leutnant dorthin: Er wurde später Resident im Adamaua-Hochland, betrieb ethnologische Forschungen und schickte Kult- und Alltagsgegenstände an deutsche Völkerkundemuseen. Durch die Bekanntschaft mit Baron Kurt von Crailsheim lebte er ab 1945 auf Schloss Hornberg.

Kurt von Crailsheim-Rügland (1878 - 1955), der Stümpells Nachfolger als Resident im Norden Kameruns war, hatte ebenfalls viele Objekte und Jagdtrophäen nach Hause geschickt, die letztlich im Sandelschen Museum unterkamen.

Sie werden nun erstmals umfassend in einer Sonderausstellung gezeigt, zusammen mit Leihgaben aus anderen Museen.

Info Die Ausstellung ist vom 24. März bis 22. September zu sehen. Vernissage wird am Sonntag, 24. März, um 11 Uhr gefeiert. Das Sandelsche Museum ist sonn- und feiertags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, Führungen nach Vereinbarung unter Telefon (07954) 9801-0.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gericht: Rassismus auf dem Jakobimarkt

Das Amtsgericht verurteilt einen Ordner wegen ausländerfeindlichen Äußerungen. Der 57-Jährige bestreitet die Vorwürfe. weiter lesen